Von Arvid Kaiser
Auch Investmentbanken dienen einem gesellschaftlichen Zweck. Sie erschaffen Märkte, finanzieren Wagniskapital, ermöglichen große Deals und spüren Trends auf. Doch dafür gehen sie Wetten mit hohem Einsatz und hohem Risiko ein, die auch in Zukunft immer wieder schiefgehen werden und zu einem Zusammenbruch einzelner Institute führen - das kann die beste Regulierung nicht verhindern.
Die einzige Lösung liegt darin, den Investmentbanken zu erlauben, auf eigene Rechnung zu zocken - aber dann auch mit eigenem Geld. Wenn eine Wette schiefgeht, muss die Bank abgewickelt werden. Die Rechnung zahlen müssen dann diejenigen, die bewusst dieses Risiko eingegangen sind - in erster Linie die Aktionäre, in zweiter Linie die Gläubiger der Bank. Aber nicht arglose Kleinsparer, erst recht nicht der Staat und damit in letzter Instanz die Allgemeinheit der Steuerzahler.
Auf den ersten Blick scheint das die reinen Investmentbanken wie Goldman Sachs
oder Morgan Stanley
zu begünstigen. Sie sind ja schon spezialisiert, dürfen nur nicht mehr auf eine staatliche Rettung hoffen und verlieren den gerade erst erworbenen Zugang zu Zentralbankkrediten. Härter trifft es dagegen die großen Finanzkonglomerate wie Bank of America
, Citigroup
oder J. P. Morgan Chase
(analog bei uns die Deutsche Bank
), die sich aufspalten müssten.
Völlig von der Leine gelassen werden dürfen die Investmentbanken aber nicht. Denn die Pleite eines großen Instituts würde, auch wenn kein Staatsgeld direkt im Risiko ist, eine Kettenreaktion über Aktionäre und Gläubiger auslösen und so das System gefährden - siehe Lehman Brothers.
Deshalb wirkt die Volcker-Lösung nur zusammen mit weiteren Regeln wie einer stärkeren Aufsicht, die aktiv Systemrisiken sucht und vorbeugend eingreift. In diesem Zusammenhang ist auch die von Obama ebenfalls angekündigte Wachstumsbremse für Banken wichtig. Wie bereits für Einlagen, soll es auch für Verbindlichkeiten der Banken eine Obergrenze der Marktanteile geben.
Erstens: Casino oder Sicherheitsnetz - beides zusammen darf es nicht mehr geben.
Zweitens: Keine Bank darf größer werden als ihr volkswirtschaftlicher Nutzen.
Mit Volckers Hilfe hat Obama die Zeichen der Zeit erkannt. Jetzt muss er den Worten Taten folgen lassen.
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