18.01.2010
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Haiti-Katastrophe

Wie deutsche Unternehmen helfen

Von Kai Lange und Lutz Reiche

2. Teil: Umsatzbezogene Hilfe für Haiti

Umsatzbezogene Hilfe für Haiti

Die Deutsche Bank Chart zeigen wird sämtliche Netto-Provisionserträge aus ihrem US-Aktienhandel vom vergangenen Freitag (15. Januar) für Hilfsmaßnahmen in Haiti spenden, wie das Geldhaus bekannt gab. Das Geld soll sowohl für unmittelbare Nothilfe als auch für den langfristigen Wiederaufbau verwendet werden. Außerdem will das Institut in den USA sämtliche Haiti-Spenden ihrer Mitarbeiter verdoppeln.

Der Bekleidungshersteller S.Oliver hat sich für eine umsatzbezogene Hilfe entschieden. Das Unternehmen spendet eine Woche lang (16. bis 22. Januar) von jedem Artikel, der in seinem Onlineshop verkauft wird, einen Euro für die Erdbebenopfer in Haiti. Die daraus resultierende Summe - mindestens 50.000 Euro - gehe ohne Abzüge an die Bedürftigen. Das Marktforschungsinstitut CHD Expert aus Hamburg will zudem ab sofort 10 Prozent seiner Umsätze bis Ende Januar für die Erdbebenopfer in Haiti spenden.

Haiti auf Platz 191 der deutschen Exporteure

Haiti ist für deutsche Unternehmen als Handels- und Wirtschaftsstandort im Grunde kein Thema. "Die bisherigen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Haiti sind minimal", sagt DIHK-Außenwirtschaftsexperte Andreas Lueg-Arndt. So erreichten die Warenlieferungen von Haiti nach Deutschland im Jahr 2008 rund eine Million Euro. Die deutschen Ausfuhren nach Haiti betrugen im Rekordjahr 2008 rund 11 Millionen Euro. Dabei handelte es sich vor allem um Maschinen und Papiererzeugnisse. Über Niederlassungen deutscher Unternehmen vor Ort ist dem DIHK nichts bekannt. Neben dem rudimentären Handel existierten Wirtschaftsbeziehungen allenfalls im Rahmen der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit.

Als Exportmarkt ist Haiti für die deutsche Wirtschaft uninteressant, unterstreicht auch Ulrich Ackermann vom VDMA. Für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau rangierte der Inselstaat auf Platz 191 der Exportmärkte. "Das waren lediglich ein paar hunderttausend Euro, für die deutsche Maschinenbauer im vergangenen Jahr lieferten", sagt der Leiter der Abteilung Außenwirtschaft des VDMA.

Einen eigenen Spendenaufruf planen VDMA und DIHK nicht. "Wir raten Unternehmen, die Unterstützung leisten wollen, dies über die Hilfsorgansiationen, die schon vor Ort aktiv sind, zu tun. Eigenständige Aktionen sind wegen mangelnder Infrastruktur vor Ort schwierig", sagt Lueg-Arndt vom DIHK.

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