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14.01.2010
 

Renault

"Recht auf Autos aus französischer Fabrik"

Renault verspricht auch für 2010 Wachstum, obwohl die Verschrottungsprämien in Europa auslaufen. Probleme bereitet dagegen die französische Regierung, die sich in eine wichtige Standortentscheidung einmischt - und das mit starken Druckmitteln.

Paris - Mit dem Auslaufen der Verschrottungsprämien wird der europäische Automarkt nach Einschätzung von Renault Chart zeigen in diesem Jahr um acht bis zehn Prozent einbrechen. Renault werde seinen Anteil aber wie im Vorjahr ausbauen können, erklärte Verkaufschef Jérôme Stoll am Donnerstag in Boulogne-Billancourt bei Paris. Mit dem neuen Twingo sei Renault 2009 in Europa vom vierten auf den dritten Platz vorgefahren.

Streitobjekt Clio: Wo wird die nächste Generation gebaut?
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Weltweit steigerte Renault im Krisenjahr 2009 seinen Anteil am schrumpfenden Pkw-Markt um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Einschließlich leichter Nutzfahrzeuge betrug der Marktanteil 3,7 Prozent. In Europa erhöhte der Konzern den Pkw-Absatz auf einem schrumpfenden Markt um 7,4 Prozent und steigerte den Marktanteil von 8,3 auf 9,0 Prozent. Den größten Marktanteilsgewinn in der EU erzielte Renault in Deutschland, wo mit dem Absatz von 240.153 Autos der Marktanteil von 5,0 auf 6,0 Prozent stieg. In Algerien und Marokko erreichten die Marktanteile 24,0 und 35,9 Prozent.

In der Produktion hinterließ die Krise jedoch tiefe Spuren. So sank die Fertigung der Kernmarke Renault um 7,8 Prozent. Dabei ging die Pkw-Fertigung um vier Prozent auf 1,60 Millionen und die Produktion von Lieferwagen um 26,2 Prozent auf 256 734 zurück.

Eine Erfolgsgeschichte bleibt Dacia. Einschließlich Lieferwagen setzte die rumänische Konzernmarke 311.282 Fahrzeuge ab. Das waren 20,5 Prozent mehr als 2008. Größter Abnehmer war Deutschland mit 84.708 Autos vor Frankreich mit 65.956 Fahrzeugen. Damit eroberte Dacia in Deutschland 2,13 Prozent und in Frankreich 2,5 Prozent Marktanteil.

Die koreanische Konzernmarke Samsung legte um 30,6 Prozent auf gut 136.000 zu. Für den Gesamtkonzern saldierte sich das zu einem Rückgang um 3,1 Prozent auf knapp 2,31 Millionen Fahrzeuge, wobei die Viertelbeteiligung an Lada nicht berücksichtigt ist.

Sarkozy regiert in Standortfrage hinein

Kurzfristig die größte Herausforderung für Renault ist jedoch nicht die Marktentwicklung, sondern der Anspruch des Staates auf Mitsprache bei strategischen Entscheidungen. So muss sich Renault gegen die Forderung der Regierung wehren, die nächste Clio-Generation in Frankreich zu fertigen. In Slowenien und Spanien soll die Produktion des Kleinwagens mit der vierten Generation auslaufen. Außerdem wollte Renault die Fertigung von Flins bei Paris nach Bursa in der Türkei verlegen, wo bereits das größte Clio-Werk steht.

"Wir haben das Recht zu fordern, dass man einen Renault, den man in Frankreich verkauft, auch in Frankreich baut", erklärte Industrieminister Christian Estrosi. Der Staat ist mit 15,1 Prozent Anteil größter Renault-Aktionär. 2009 hatte Paris Renault mit drei Milliarden Euro sowie der Verschrottungsprämie durch die Krise geführt. In Flins finanziert der Staat mit 250 Millionen Euro den Aufbau einer Fertigung von Elektroautos und Batterien. Dafür will Paris Beschäftigungsgarantien.

Präsident Nicolas Sarkozy beorderte Konzernchef Carlos Ghosn für Samstag in den Élyséepalast. Verkaufschef Stoll versicherte, Renault bleibe französisch, auch wenn nur 25 Prozent der Fahrzeuge in Frankreich gefertigt würden. 85 Prozent der Entwicklung erfolge in der Heimat. Die Produktion müsse aber kostengünstig sein. Renault fertigt ein für 14.000 Euro verkauftes Auto in der Türkei um 1400 Euro günstiger als in Frankreich.

manager magazin mit Material von dpa

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