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16.12.2009
 

Haushaltsentwurf

Kabinett beschließt Rekordverschuldung

Das Kabinett hat den ersten schwarz-gelben Haushaltsentwurf gebilligt und damit eine Rekordneuverschuldung beschlossen. Finanzminister Schäuble lässt noch offen, wie er den Schuldenberg abbauen will. Fest steht aber: Er wird radikal sparen müssen - zumal die Wirtschaft nur schleppend vorankommt, wie das IfW in Kiel heute erneut bekräftigte.

Berlin - Die Etatpläne von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sehen für 2010 neue Kredite von 85,8 Milliarden Euro vor. Das ist die mit Abstand größte Neuverschuldung in der bundesdeutschen Geschichte. Auch die Ausgaben steigen stark auf 325,4 Milliarden Euro. Das deutliche Plus gegenüber dem Vorjahr ist Folge der Milliardenprogramme gegen die Krise, des ersten Steuerpakets der Koalition sowie weiterer Sofortmaßnahmen von Union und FDP. Der für 2011 angekündigte Sparkurs bleibt unklar.

Will 325,4 Milliarden Euro ausgeben: Finanzminister Schäuble muss viele Schulden machen
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DDP

Will 325,4 Milliarden Euro ausgeben: Finanzminister Schäuble muss viele Schulden machen

Die neue mittelfristige Finanzplanung Schäubles ab 2011 mit konkreten Sanierungsschritten wird erst nach der Mai-Steuerschätzung vorgelegt. Schäuble muss aber allein wegen der Schuldenbremse bis 2016 jährlich zehn Milliarden Euro einsparen. Hinzu kommen weitere Einnahmeausfälle von zehn Milliarden Euro pro Jahr durch die angestrebte Steuerreform sowie Kosten durch die Gesundheitsreform.

Die Union hat bereits auf einen radikalen Sparkurs eingestimmt. Der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Norbert Barthle, bezifferte den Konsolidierungsbedarf für 2011 auf 25 bis 30 Milliarden Euro, der durch radikale Einsparungen und Mehreinnahmen erwirtschaftet werden muss. Alle Leistungen und Ausgaben - auch die Sozialleistungen - müssten auf den Prüfstand.

Ein stärkeres Wirtschaftswachstum allein reiche nicht aus, um dies zu stemmen. Ohnehin nimmt die Konjunktur in Deutschland nur langsam Fahrt auf. Nach Einschätzung des Kieler IfW wird die Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr um 1,2 Prozent zulegen. "Bis ein kräftiger Aufschwung einsetzt, wird jedoch noch Zeit vergehen", erklärten die Forscher des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) am Mittwoch. Für das laufende Winterhalbjahr sei sogar mit einem neuerlichen Dämpfer zu rechnen.

Schäuble wollte kurz nach dem Kabinettsbeschluss das Parlament informieren - bei einer öffentlichen Sitzung des Haushaltsausschusses. Die Bundestagsberatungen ziehen sich voraussichtlich bis zum Frühjahr hin. CDU/CSU hatten bereits angekündigt, die im Etat bisher veranschlagte Neuverschuldung von fast 86 Milliarden Euro noch etwas drücken zu wollen.

Schäuble verteidigte die Rekordneuschulden. Sie seien "bitter, aber wirtschafts- und sozialpolitisch richtig." Das hätten alle nationalen und internationalen Experten bestätigt. Im Deutschlandfunk sprach Schäuble aber von einer einmaligen Ausnahme. Ab 2011 müssten die Schulden zurückgefahren werden, was nicht einfach werde.

Die Neuverschuldung könnte 2010 auch auf bis zu 100 Milliarden Euro klettern - wenn die Kosten aus dem zweiten Konjunkturpaket und dem Bankenrettungsfonds SoFFin zu Buche schlagen. Endgültig in Kraft treten soll der Haushalt Ende März. Solange gilt eine vorläufige Haushaltsführung, was nach einem Regierungswechsel üblich ist.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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