Donnerstag, 9. Februar 2012, 17:45 Uhr

manager magazin



14.12.2009
 

Deutsche Bank

Ackermann will Zehn-Milliarden-Gewinn

Vorstandschef Josef Ackermann gibt der Deutschen Bank neue Bestmarken vor. Im Jahr 2011 könne ein Vorsteuergewinn von rund zehn Milliarden Euro eingefahren werden - mehr als je zuvor, dank des riskanteren Investmentbankings. Genau diese Sparte hatte dem Geldhaus im Krisenjahr 2008 allerdings einen Milliardenverlust eingebrockt.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank Chart zeigen will nach der Finanzkrise Rekordgewinne schreiben und setzt dabei vor allem auf ihr Investmentbanking. Mit der neuen Strategie, die Vorstandschef Josef Ackermann am Montagabend den Investoren vorstellte, sei im Jahr 2011 ein operativer Gewinn von zehn Milliarden Euro vor Steuern möglich, teilte der deutsche Brancheprimus mit. Das neue Gewinnziel stellte Ackermann allerdings unter den Vorbehalt, dass sich die Lage in der Wirtschaft normalisiert und keine weiteren Abschreibungen drohen.

Glaubt an den Erfolg in der Zukunft: Deutsche-Bank-Chef Ackermann hält historisch hohe Gewinne des deutschen Branchenführers nach der Finanzkrise für möglich
DPA

Glaubt an den Erfolg in der Zukunft: Deutsche-Bank-Chef Ackermann hält historisch hohe Gewinne des deutschen Branchenführers nach der Finanzkrise für möglich

Rund drei Viertel des angestrebten Zehn-Milliarden-Gewinns soll aus den risikoreichen Sparten kommen wie beispielsweise dem Investmentbanking. Den Rest will die Deutsche Bank im Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden sowie der Vermögensverwaltung verdienen.

Der bisherige Rekordgewinn stammte mit mehr als sieben Milliarden Euro aus dem Jahr 2007. Für 2008 hatte sich die Bank 8,4 Milliarden Euro vorgenommen, doch die Finanzkrise machte ihr einen Strich durch die Rechnung: Letztlich stand ein Rekordverlust von 5,7 Milliarden Euro vor Steuern zu Buche - vor allem aus dem Investmentbanking. Mittlerweile hat sich das Geschäft der Deutschen Bank wieder erholt - erneut vor allem aufgrund der, jetzt nach oben gerichteten, Entwicklung des Investmentbanking. In den ersten neun Monaten des Jahres haben die Frankfurter vor Steuern bereits gut 4,4 Milliarden Euro vor Steuern verdient.

"Die Deutsche Bank hat in einer außergewöhnlich schwierigen Zeit sowohl für unsere Branche als auch für die Weltwirtschaft ihre Widerstandsfähigkeit bewiesen. Wir sind deshalb gut gerüstet, um davon überdurchschnittlich zu profitieren und ertragreich zu wachsen", sagte Ackermann. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat sie dank Rekorderträgen vor allem im Anleihengeschäft vor Steuern einen Gewinn von 4,4 Milliarden Euro eingefahren.

Um die neuen Ziele für das Jahr 2011 zu erreichen, müssten aber neue Turbulenzen an den Märkten ausbleiben, erklärte die Bank. Das Zinsniveau müsse sich normalisieren, die Bewertungen sich stabilisieren und die Konjunktur leicht anziehen. Die Margen sollen dann höher ausfallen als vor der Krise. Die Renditen im Investmentbanking sollen steigen, im Privatkundengeschäft und in der Vermögensverwaltung wolle die Bank vor allem in Deutschland eine Spitzenposition bewahren. Als Wachstumsregion hat die Bank Asien ausgemacht. Die übrigen Ziele - etwa zur Eigenkapitalrendite - bekräftigte die Bank.

Das Geldhaus präsentierte zudem weitere strategische Managementziele. So soll unter anderem ein Fokus auf Asien gelegt werden. Auch sei eine "Neubesinnung auf die Leistungskultur der Deutschen Bank" geplant, hieß es in der Mitteilung. Die Bank werde gleichzeitig "an ihrer strikten Kapital- und Risikodisziplin" festhalten.

An der Börse kamen die neuen Erwartungen gut an: Die Aktie der Deutschen Bank Chart zeigen stieg zum Handelsschluss um 3,4 Prozent auf 49,40 Euro. "Das neue Ziel sollte auf jeden Fall Auftrieb geben", sagte ein Händler. Analysten bezweifeln jedoch, dass die Deutsche Bank - wie ihre Konkurrenten - nach der Krise im Investmentbanking noch so satte Gewinne schreiben kann wie 2009.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters

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