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manager magazin



30.11.2009
 

Arbeitskosten

Deutschland ist Mittelmaß

Die deutschen Arbeitskosten liegen im europäischen Mittelfeld, belegt eine aktuelle Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung. Und sie wachsen langsamer als es in vielen anderen Ländern der Fall ist. Das steigert auf der einen Seite die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, sagt Institutsdirektor Gustav Horn. Auf der anderen Seite leide aber die deutsche Konsumnachfrage.

Düsseldorf - Trotz einer etwas kräftigeren Lohnentwicklung steigen die deutschen Arbeitskosten einer Studie zufolge weiterhin deutlich langsamer als im Durchschnitt von EU und Euro-Zone. Die Kosten seien im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent gestiegen, während der Zuwachs in der Eurozone 3,5 Prozent betragen habe, teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am Montag in Düsseldorf mit. Damit habe Deutschland seine internationale Wettbewerbsfähigkeit nochmals gesteigert.

Massenfertigung: In Deutschland nicht teurer als anderswo - zumindest von der Lohnseite her betrachtet
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DDP

Massenfertigung: In Deutschland nicht teurer als anderswo - zumindest von der Lohnseite her betrachtet

Gustav Horn, wissenschaftlicher Direktor des Instituts, wies allerdings auf die Kehrseite dieser Entwicklung hin. Sie stärke zwar die internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit die Beschäftigung im Exportbereich, schwäche aber die Konsumnachfrage und damit auch die Beschäftigung im Inland. Unter dem Strich gingen so 600.000 Stellen verloren, sagte Horn.

Laut Studie mussten deutsche Arbeitgeber in der Privatwirtschaft 28,50 Euro pro geleistete Arbeitsstunde aufwenden, womit Deutschland im europäischen Vergleich im Mittelfeld an achter Stelle liegt. Der Trend zu einem geringen Anstieg der Arbeitskosten in Deutschland zeige sich seit rund einem Jahrzehnt sowohl für das verarbeitende Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor, teilte die Stiftung mit.

Die Lohnstückkosten, die die Arbeitskosten in Relation zur Produktivitätsentwicklung setzen, hätten zwischen 1998 und Mitte 2008 sogar stagniert, während sie in EU-Ländern wie den Niederlanden, Frankreich, Polen, Spanien und Dänemark um 20 bis 35 Prozent gestiegen seien.

Laut Studie hat zwar der internationale Nachfrageeinbruch in der Wirtschaftskrise dazu geführt, dass zum Jahreswechsel 2008/2009 auch die deutschen Lohnstückkosten erstmals deutlich gestiegen seien - in der Spitze um gut 8 Prozent im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Anstieg sei aber zu einem großen Teil nur vorübergehend und bilde sich bereits zurück.

Zudem seien die Lohnstückkosten in vielen anderen EU-Ländern ähnlich stark gestiegen, heißt es weiter. Deshalb und angesichts des sehr geringen Wachstums von Arbeits- und Lohnstückkosten über einen langen Zeitraum bleibe die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sehr hoch, schreiben die Wissenschaftler in der Studie. "Vor diesem Hintergrund sollte die aktuelle Entwicklung gerade nicht zum Anlass genommen werden, die Löhne weiter unter Druck zu setzen."

Höher als in Deutschland liegen die Arbeitskosten in Dänemark, Luxemburg, Schweden, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Finnland, wo zwischen 29,40 Euro und 36 Euro pro Stunde ausgegeben werden. Deutlich geringer sind die Arbeitskosten in Südeuropa und den neuen mittel- und osteuropäischen Staaten mit Stundenwerten zwischen 5,40 Euro (Lettland) und 13,40 Euro (Zypern).

Die Forscher des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung hatten für ihre Studie die neuesten Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat ausgewertet.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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