Den Opel-Beschäftigten steht die Woche der Wahrheit bevor: Der US-Mutterkonzern General Motors will seinen Sanierungsplan für das europäische Tochterunternehmen in den kommenden Tagen zunächst den Gewerkschaften und anschließend den Regierungen vorlegen.
Brüssel/Berlin - Dies teilte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Montag in Berlin mit. Erst danach werde EU-weit über Staatshilfen entschieden. Der neue GM-Europe-Chef Nick Reilly sagte nach einem Treffen mit Vertretern der EU-Standortländer in Brüssel, er sei zuversichtlich, die Gespräche schnell abschließen zu können.
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Die EU-Länder mit Opel-Standorten haben bei dem Gespräch nach Angaben Brüderles zugesichert, vor der Präsentation des Sanierungsplans keine Zusagen an GM über Staatshilfen zu machen.
Es werde auch keine Gespräche einzelner Regierungen mit GM mehr geben. Der Konzern werde den Sanierungsplan in Kürze vorlegen, wobei zunächst die Arbeitnehmervertreter und danach die Regierungen informiert würden, sagte Brüderle zum Ergebnis des Treffens in Brüssel, an dem auch die EU-Kommissare für Wettbewerb und Industrie, Neelie Kroes und Günther Verheugen teilnahmen.
In Deutschland schwindet allerdings zunehmend die Bereitschaft, GM für die Sanierung von Opel Staatshilfen zukommen zu lassen. "Das ist ein normales Unternehmen", sagte Hessens Ministerpräsident Roland Koch, in dessen Bundesland der Opel-Stammsitz Rüsselsheim liegt. "Das wird ganz normal behandelt. Und ein Unternehmen, das genügend Liquidität hat, kriegt keine Liquiditätshilfen." Deutschland werde sich nicht an einem Subventionswettstreit der EU-Länder mit Opel-Standorten beteiligen. Auch Brüderle lehnt Staatshilfen ab.
Der Betriebsratschef des Opel-Werkes in Bochum, Rainer Einenkel, appellierte an die Bundesregierung, wie andere europäische Standortländer auch das Überleben des deutschen Autoherstellers mit Staatshilfen abzusichern. Laut "Spiegel" haben Großbritannien, Spanien und Polen GM bereits Kreditbürgschaften und Steuererleichterungen von fast einer Milliarde Euro angeboten. Belgien habe bis zu 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt, damit das Opel-Werk in Antwerpen nicht geschlossen werde. "Und das sollte eigentlich die deutsche Regierung auch tun", sagte Einenkel im Radiosender NDR-Info.
manager-magazin.de mit Material von reuters
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