Von Arvid Kaiser
mm.de: Professor Shiller, die Yale-Universität leidet darunter, dass das von Ihrem Kollegen David Swensen verwaltete Stiftungsvermögen stark schrumpft. Dabei genoss Swensen bisher einen Ruf als Investmentgenie. Stimmt die Theorie effizienter Märkte also doch, dass selbst ein Genie den Markt nicht schlagen kann?
Robert J. Shiller ist Professor für Ökonomie an der Yale-Universität in New Haven, US-Staat Connecticut. Er erforscht vor allem das menschliche Verhalten an den Finanzmärkten, die Forschungsrichtung nennt sich Behavioral Finance. Shiller warnte frühzeitig vor den Spekulationsblasen der Jahrtausendwende und der aktuell geplatzten. Bekannt ist er neben seinen Werken auch für den Case-Shiller-Index, die wichtigste Datenbasis zur Preisentwicklung am US-Häusermarkt. Shiller sprach mit manager-magazin.de in der American Academy Berlin.
mm.de: Wissen Sie, wie Vertreter dieser Theorie wie Eugene Fama die Krise verarbeiten?
Shiller: Eugene Fama war tatsächlich der Erfinder des Begriffs effizienter Kapitalmärkte. Andererseits arbeitet er seit Jahren für die Anlagefirma Dimensional Fund Advisors, die ihren Kunden verspricht, etwas Intelligenteres zu tun als der Durchschnitt der Marktteilnehmer. Es scheint also, dass selbst er der von Leuten wie mir vertretenen Verhaltensökonomik etwas abgewinnen kann. Fama sagte mir sogar, dass er mit dafür gesorgt habe, viele wichtige Artikel zu Behavioural Finance in akademische Zeitschriften aufzunehmen. Er ist vielleicht nicht begeistert von der Idee, dass Massenpsychologie die Märkte genauso bewegt wie Vernunft, aber er ist aufgeschlossen.
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