Dienstag, 09. Februar 2010, 19:12 Uhr
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11.11.2009

Vor Obama-Besuch

China will Yuan an Währungskorb binden

Chinas Notenbank stellt wenige Tage vor dem Antrittsbesuch von US-Präsident Barack Obama einen Kurswechsel in ihrer Währungspolitik in Aussicht. Am Mittwoch signalisierte die Zentralbank, den Kurs des Yuan künftig an einem Devisenkorb zu messen, und deutete damit eine Abkehr von der De-facto-Anbindung an den Dollar an, die seit Mitte 2008 in Kraft ist.

Peking/Tokio - Erstmals seit Juli 2005 fehlte in der Ankündigung der Notenbank zudem der Verweis darauf, den Kurs des Yuan "grundsätzlich stabil auf einem vernünftigen und ausbalancierten Niveau" zu halten. Damit macht die Notenbank nach Einschätzung von Experten den Weg frei für eine Aufwertung der Landeswährung. Obama hatte in einem Reuters-Interview angekündigt, das Währungsthema bei seinem Besuch offen anzusprechen.

De-facto-Anbindung: Um die notleidenden Exporteure zu unterstützen, wurde der Yuan 2008 effektiv wieder an den Dollar gekoppelt
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De-facto-Anbindung: Um die notleidenden Exporteure zu unterstützen, wurde der Yuan 2008 effektiv wieder an den Dollar gekoppelt

© REUTERS
Fachleute sehen die Entscheidung der Notenbank als eine Rückkehr zur Normalität. "Die Wechselkurspolitik, die seit Mitte vergangenen Jahres gilt, kann als außergewöhnliche Maßnahme in außergewöhnlichen Zeiten angesehen werden", sagte Ding Zhijie, Professor an einer Wirtschafts-Universität in Peking und Regierungsberater. "Jetzt ist die Zeit gekommen, damit aufzuhören."

Kurzfristig sei daher damit zu rechnen, dass der Yuan an Wert gewinne. Der Kurs des Yuan war nach den Währungsreformen 2005 bis 2008 um knapp ein Fünftel gestiegen. Im Sommer 2008 war damit allerdings Schluss: Um die notleidenden Exporteure zu unterstützen, wurde der Yuan effektiv wieder an den Dollar gekoppelt. Dadurch werden chinesische Produkte auf dem Weltmarkt billiger. Die US-Industrie wirft China vor, seine Produkte so auf Kosten der Konkurrenz auf den Weltmarkt zu drücken.

Zugute kommt China die Belebung der Konjunktur: So stieg die Industrieproduktion im Oktober so stark wie seit März 2008 nicht mehr, bevor die Finanzkrise den Welthandel in die Knie gezwungen hat. Ben Simpfendorfer von der Royal Bank of Scotland in Hongkong verweist auf den immer noch unter Druck stehenden Exportsektor. Mit einer Aufwertung des Yuan sei daher erst ab dem zweiten Quartal 2010 zu rechnen.

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Manche Experten sehen die Entscheidung der chinesischen Notenbank als Signal an die USA vor dem Besuch des US-Präsidenten. Obama will bei der Reise auch die Ungleichgewichte thematisieren, die als ein Grund für den scharfen Wirtschaftseinbruch gesehen werden. US-Finanzminister Timothy Geithner betonte, die USA seien ernsthaft daran interessiert, ihr Haushaltsdefizit zu reduzieren. Im Geschäftsjahr bis Ende September schnellte der Fehlbetrag auf den Rekordwert von 1,4 Billionen Dollar nach oben - im laufenden Geschäftsjahr dürfte er kaum geringer werden.

China ist der wichtigste Gläubiger der USA. Auch Weltbank-Chef Robert Zoellick forderte die USA auf, ihr Defizit in den Griff zu bekommen. Zwar sei die Rolle des Dollar als weltweite Leitwährung intakt, sagte Zoellick in Singapur. Die USA dürften sich darauf aber nicht ausruhen. In den kommenden 10 oder 15 Jahren drohe zudem eine wachsende Konkurrenz durch den Yuan. China hat wiederholt die Rolle des Dollar als Leitwährung infrage gestellt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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