Detroit - Der amerikanische Automobilhersteller Chrysler hat im September die Gewinnschwelle erreicht. Wie CEO Sergio Marchionne am Mittwoch sagte, habe der Konzern Ende September über Barreserven von 5,7 Milliarden Dollar verfügt. Ende Juni seien es lediglich 4 Milliarden Dollar gewesen.
Zudem enthüllte Marchionne Pläne für drei neue Modelle der Marke Dodge. Die neuen Fahrzeuge sollen zwischen 2012 und 2013 eingeführt werden. Darüber hinaus denke der Konzern über einen mittelgroßen Pick-up nach, der 2011 auf den Markt kommen könnte.
"Wir werden einige Risiken eingehen", sagte Ralph Gilles, der für die Marke Dodge verantwortlich ist. Bis zum Ende des Quartals wolle Dodge seine aktuellen Modelle für das kommenden Jahr überarbeiten. Zudem wolle die Marke seine Marketingstrategie gründlich überprüfen, sich verstärkt auf junge Kunden ausrichten und ein neues Logo entwerfen.
Fiat hatte im Vorfeld der Präsentation des Fünf-Jahres-Plans von "umfangreichen" Plänen - der Vortrag des Managements ist auf fünf Stunden angesetzt und läuft zur Stunde noch.
Branchenexperten zufolge muss Marchionne dringend mit frischen Modellen der Chrysler-Marken - zu denen etwa Dodge und Jeep gehören - das Vertrauen der US-Verbraucher in die Zukunft des US-Konzerns zurückgewinnen. Denn wer unsicher ist, ob es Chrysler in einigen Jahren noch geben wird, dürfte kaum zum Kauf eines Wagens zu bewegen sein.
Welche Probleme Marchionne bei Chrysler noch überwinden muss, zeigten erst am Dienstag die US-Verkaufszahlen für Oktober: Die beiden heimischen Rivalen Ford und General Motors verkauften mehr Autos als vor einem Jahr, während der Chrysler-Absatz noch immer fast ein Drittel unter dem Vorjahr blieb. Damit gewinnen Ford
und GM Marktanteile vor allem auf Kosten Chryslers.
Zumindest gibt es erste Hoffnungsschimmer für eine Trendwende: Chrysler konnte im Oktober immerhin mehr Autos verkaufen als im September. Fiat erhielt von der US-Regierung 20 Prozent an Chrysler und soll im Gegenzug vor allem die Expertise für kleinere und spritsparende Autos mitbringen. Dies war auch ein Grund, warum General Motors zuletzt doch an seiner Europatochter Opel festhielt.
Chryslers Existenz ist langfristig alles andere als gesichert, obwohl der Konzern wie auch GM im Frühjahr zur Sanierung ein Insolvenzverfahren durchlief. Marchionne hatte jedoch erst Anfang des Monats bekräftigt, dass es Chrysler innerhalb von zwei Jahren operativ in die Gewinnzone zurückschafft und "irgendwann nach 2010" wieder an die Börse zurückkehren könne.
manager-magazin.de mit Material von reuters und dow jones
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