Von Henrik Müller
Axel Weber - Bundesbankpräsident
Sein Wort hat Gewicht in Berlin. Die Kanzlerin schätzt ihn, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück agierte mit ihm zusammen auf internationaler Ebene als dynamisches Duo. Auch mit dem neuen Finanzminister Wolfgang Schäuble dürfte der 52-jährige Bundesbank-Präsident zurecht kommen.
Die neue Regierung belohnt seine tragende Rolle während der Krise, indem sie der Bundesbank die Kompentenzen für die Bankenaufsicht überträgt. Dass Notenbanken auch die Überwachung der Banken übernehmen sollten, ist ohnehin eine Lehre aus der Krise, die viele andere Länder bereits gezogen haben. Doch ohne Webers hohes Ansehen wäre es nicht so weit gekommen. Wenn 2012 der Posten des Präsidenten der Europäischen Zentralbank zu vergeben ist, gilt Weber neben dem italienischen Notenbanker Mario Draghi als chancenreichster Kandidat. Die neue Bundesregierung wird ihn hinter den Kulissen unterstützen.
Mit seinen alten Bekannnten Jörg Asmussen (Finanzstaatssekretär) und Jens Weidmann (Abteilungsleiter Wirtschaft im Kanzleramt) berät er sich fast täglich und prägt dadurch das ökonomische Denken der Regierung. Aber auch zu den anderen Fraktionen, sogar zur Linkspartei, pflegt Weber seit Jahren arbeitsfähige Kontakte. In der beginnenden Legislaturperiode wird er eine zentrale Figur bleiben. Ihm eilt der Nimbus des coolen Krisenmanagers voraus. Bei der Haaresbreite-Rettung der HypoRealEstate war er in den entscheidenden verfahrenen Momenten der Moderator. Die Idee zur Schaffung eines Bankenrettungsschirms (später Rettungsfonds Soffin) stammt von ihm.
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