Von Karsten Stumm
Das allerdings muss nicht heißen, dass Deutschlands Steuerzahler diesen weiteren Milliardenberg auf jeden Fall anstelle der Finanzhäuser abtragen müssen. "Es ist durchaus möglich, dass die betroffenen Finanzinstitute das Geld, das sie sich mit Rückendeckung des Bundes geborgt haben, zum Fälligkeitstag selbst zurückzahlen werden. Es ist aber eben auch möglich, dass sie es nicht schaffen", sagt Forster.
Unwichtig ist diese 66-Milliarden-Summe deshalb gerade nicht. Im Gegenteil: Sie gibt Auskunft darüber, wie tief der Bund in die roten Zahlen gedrückt würde, müsste er tatsächlich komplett statt der Unternehmen zahlen. Und sie beziffert ganz nebenbei, wie schwer die Finanz- und Wirtschaftskrise die Unternehmen hierzulande getroffen hat.
Die Gesellschaften glaubten offenbar, allein im vergangenen Jahr einen Finanzbedarf über 66 Milliarden Euro zu haben, für den sie ohne Rückendeckung des Steuerzahlers keine Kreditgeber finden würden. Zu schlecht hätten die Kapitalgeber ihre Überlebenschancen eingeschätzt - ob nun selbst verschuldet oder nicht.
Allerdings ist der Bund nicht nur als Straßenkehrer der Wirtschaft aufgetreten. Er hat auch Werte in seinen Büchern stehen, die er im Gegenzug für die Milliardenhilfen auf Kosten der Steuerzahler erhalten hat. Das können Wertpapiere oder auch besondere Eigenkapitalformen sein, die sich die betroffenen Geldhäuser beschafft haben. Unter dem Strich hat der Bund so 50,2 Milliarden Euro eingenommen - allerdings abhängig vom Zeitpunkt, an dem der Bund Kasse machen würde: So, wie die Kurse an der Börse schwanken, ändern sich auch die Erlöse, die der Bund mit seinem neuen Besitz erzielen könnte.
Das Statistische Bundesamt hat sich bei der vorläufigen Bewertung dieses Vermögens deshalb an die Vorgaben gehalten, die Europas Statistikbehörde Eurostat allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union einheitlich vorgegeben hat.
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