05.10.2009
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Siemens-Manager Hausmann

"Man kann in China sehr erfolgreich sein"

Von Eva Müller

2. Teil: "Wir investieren 150 Millionen Euro in China"

mm.de: Was bringt Ihnen der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes?

Vorteil durch Innovation: Ohne technologischen Vorsprung gegenüber lokalen Wettbewerbern werden Geschäfte in China schwierig
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REUTERS

Vorteil durch Innovation: Ohne technologischen Vorsprung gegenüber lokalen Wettbewerbern werden Geschäfte in China schwierig

Hausmann: Die Züge beruhen auf unserem Velaro-Konzept. Sie sind nur etwas breiter als das europäische Modell, das zwischen Barcelona und Madrid eingesetzt wird. Bis 2010 fahren 60 Züge in China. Gebaut werden sie in der Mehrzahl von der chinesischen Tangshan Locomotive & Rolling Stock Works, welche die Lizenzrechte von uns gekauft hat.

mm.de: Und was bleibt für Siemens?

Hausmann: Wir liefern ungefähr die Hälfte der Komponenten für die Züge - ein schönes Geschäft.

mm.de: Machen sich die Aufträge aus dem Stimulusprogramm schon im Siemens-Umsatz bemerkbar?

Hausmann: 2008 haben wir in China 5,3 Milliarden Euro umgesetzt, und wir sind auch mittelfristig optimistisch.

mm.de: Derzeit stagniert Ihr Umsatz aber - bedeutet das für Sie schon Erfolg?

Hausmann: In der derzeitigen Situation bestimmt. Und wir erwarten eine Rückkehr zu unserem alten Wachstumspfad. Deshalb investieren wir auch 150 Millionen Euro in China, zum Beispiel in eine neue Fabrik für Windkraftrotoren.

mm.de: Woher soll das starke Wachstum kommen?

Hausmann: In den Provinzen soll zum Beispiel die Gesundheitsversorgung ausgebaut werden. Deshalb kooperieren wir in Shanxi mit einem Krankenhaus. Mit den Ärzten vor Ort wollen wir erarbeiten, welche Produkte in China wirklich gebraucht werden.

mm.de: Und das genügt für zusätzliche Aufträge?

Hausmann: In China kommt man zum Zuge, wenn man eine bessere Technologie oder einen anderen Vorteil gegenüber den Angeboten der lokalen Wettbewerber offerieren kann. Etwa die hohe Zuverlässigkeit unserer Offshore-Windparks oder unserer Signalanlagen für Züge, die mit 350 Stundenkilometern Geschwindigkeit rasen. Ohne Innovationsvorsprung wird das Geschäft allerdings extrem schwierig.

mm.de: Schwindet der nicht schnell durch die brillanten Kopierfähigkeiten der Chinesen?

Hausmann: Bei der Wahrung von Urheberrechten ist in China in der Tat Wachsamkeit angesagt. Es gibt zwar eine Gesetzgebung, die durchaus dem europäischen Standard entspricht. Aber die Implementierung ist in so einem großen Land natürlich schwierig.

mm.de: Sehr diplomatisch formuliert.

Steht China vor dem Kollaps? Oder geht der Boom weiter? Wie sollten sich westliche Unternehmen verhalten – weiter investieren, abwarten, sich zurückziehen? Diskutieren Sie mit im mm-China-Forum!
Hausmann: Nein, im Ernst. Die Chinesen geben sich wirklich Mühe. Erst unlängst hat Siemens einen Patentrechtsstreit gewonnen. Aber es ist sehr wichtig, Schutzrechte sehr frühzeitig anzumelden. Durch Achtlosigkeit kann leicht ein Wettbewerbsvorteil verloren gehen.

mm.de: Ausländische Firmen müssen also in China haarscharf aufpassen?

Hausmann: Das gilt in jedem Land. In China ist es wichtig, einen guten Namen zu haben und ein enges Vertrauensverhältnis zu den Chinesen auszubauen. Dann kann man hier sehr erfolgreich sein.

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