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15.09.2009
 

Studie

Zehn Millionen Elektroautos schon 2020

Von Nils-Viktor Sorge

Der Wandel in der Autoindustrie vom Verbrennungsmotor zu Elektroantrieben könnte sich schneller vollziehen als angenommen. Schon 2020 dürfte in Europa laut einer Roland-Berger-Studie jedes fünfte neu zugelassene Auto einen Elektromotor haben. Die europäische Autobranche muss aber aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren.

Hamburg - Elektrofahrzeuge könnten einer Studie zufolge deutlich zügiger Marktanteile gewinnen als zuletzt angenommen. Bis zum Jahr 2020 sei ein jährlicher Absatz von bis zu zehn Millionen Autos realistisch, schreibt die Unternehmensberatung Roland Berger in einer Studie, die manager-magazin.de exklusiv vorliegt. Bisher waren Branchenexperten in progressiven Szenarien von bis zu sieben Millionen Elektroautos bis 2020 ausgegangen.

In Europa dürften dann 20 Prozent aller neu zugelassenen Autos einen weit entwickelten Hybrid- ("Plug-in") oder reinen Elektroantrieb haben. Für Europa galt ein Marktanteil in Höhe von maximal 16 Prozent als realistisch.

"Der Markt entwickelt sich viel schneller als bisher angenommen", sagt Roland-Berger-Partner Wolfgang Bernhart gegenüber manager-magazin.de. Vor allem staatliche Anreizprogramme bringen seiner Ansicht nach einen früheren Durchbruch für die neue Antriebstechnik. Aber auch "neue Umsatz- und Marktchancen" für die Hersteller beschleunigen die Entwicklung. Schließlich treiben Energieversorger sogar in weniger stark entwickelten Ländern das Thema Elektroauto immer stärker voran, um sich neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Eine günstige Entwicklung haben die Unternehmensberater bereits bei den Batteriekosten ausgemacht. "Unsere Recherchen haben ergeben, dass eine Größenordnung von 200 Euro pro Kilowattstunde auf Zellebene und 225 Euro auf Batterieebene im Jahr 2020 nicht unrealistisch ist", sagt Bernhart, der die Studie am Mittwoch auf der Frankfurter Internationalen Automobil-Ausstellung vorstellen will.

Eine 150 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Batterie mit 27 Kilowattstunden würde dann etwa 6000 Euro kosten - und ein Elektrofahrzeug bis zu 250 Kilometer weit bringen. Heute betragen die Kosten für eine schwächere Batterie mit einer Reichweite von 100 bis 180 Kilometer noch etwa 10.000 Euro.

Weltweit schieben Regierungen Entwicklung und Absatz von Elektroautos an - das wird nach Ansicht der Unternehmensberater Wirkung zeigen. So will die Bundesregierung mit ihrem "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" 100.000 Elektroautos bis 2012 auf die Straßen bringen. Dabei will sie Forschung und Entwicklung mit 500 Millionen Euro fördern.

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