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03.09.2009
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"Der kranke Mann in Europa"

Warum Spanien nicht aus der Krise kommt

Während die Europäische Zentralbank für die Euro-Zone wieder Hoffnung sieht, steckt Spanien weiter tief in der Rezession. Geringe Produktivität und Abhängigkeit von der Binnennachfrage wirken wie Fußfesseln. Mit Milliardeninvestitionen hat der Staat zwar einen Bauboom angestoßen. Doch jetzt geht Spanien dafür das Geld aus.

Madrid - Sogar der spanische König Juan Carlos muss sparen. Der Monarch verkürzte seine Sommerferien auf Mallorca und fuhr während seines Urlaubs nur zweimal mit der königlichen Jacht "Fortuna" aufs Meer hinaus. In Spanien herrscht Rezession. Während Deutschland und Frankreich wieder ein Wachstum erzielt haben, ist für die spanische Wirtschaft das Ende der Krise noch nicht in Sicht. Nach Ansicht von Experten wird Spanien wohl erst ein Jahr später aus der Rezession herauskommen als die meisten anderen Länder der Euro-Zone.

"Der kranke Mann in Europa": Nicht nur wirtschaftlich nehmen die Spanier in Europa eine Sonderrolle ein
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REUTERS

"Der kranke Mann in Europa": Nicht nur wirtschaftlich nehmen die Spanier in Europa eine Sonderrolle ein

Die Europäische Zentralbank (EZB) hob ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum heute deutlich um 0,5 Prozentpunkte an. "Es gibt wachsende Anzeichen für ein Ende der Rezession. Nun folgt eine Stabilisierungsphase und danach eine sehr allmähliche Erholung", sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Grund dafür seien die Belebung des Exports, die staatlichen Konjunkturprogramme und die lockere Geldpolitik der Notenbanken. Vor allem die deutsche und französische Wirtschaft schien sich zuletzt zu berappeln - anders als die Spaniens.

"Abwärts geht es rasant mit dem Aufzug, aber aufwärts werden wir den mühsamen Weg über die Treppe nehmen müssen", sagte der Wirtschaftswissenschaftler Xavier Segura von der Sparkasse Caixa Catalunya. Die spanische Wirtschaft schrumpfte innerhalb von zwölf Monaten um 4,2 Prozent. 1,3 Millionen Arbeitsplätze gingen verloren, die Zahl der Arbeitslosen stieg auf über 4,1 Millionen, die Arbeitslosenquote ist mit 18 Prozent mit Abstand die höchste in der Europäischen Union.

"Spanien ist der kranke Mann in Europa", schrieb die Zeitung "El Pais". Dass das Land sich bei der Überwindung der Rezession schwerer tut als andere EU-Staaten, geht auf eine grundlegende Strukturschwäche zurück: Die spanische Wirtschaft hat eine relativ geringe Produktivität, der Exportsektor ist daher schwach, und spanische Firmen können kaum Nutzen aus einer Belebung der Märkte in Asien ziehen.

Der Motor der Wirtschaft ist die Binnennachfrage. Diese liegt jedoch danieder, weil viele Spanier in der Zeit des Booms Kredite und Hypotheken aufgenommen haben, nun hoch verschuldet sind, um ihre Arbeitsplätze bangen und an allen Ecken und Enden sparen. Die Bauwirtschaft, die den Spaniern jahrelang zu einer beispiellosen Blütezeit verholfen hatte, ist zusammengebrochen.

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