Ein Gastbeitrag von Christoph Burger
Nichts läuft so richtig zufriedenstellend, wenn es um die Energiewirtschaft geht, denn das gegenwärtige Energiesystem leidet: Kohle ist schmutzig, Atomenergie nicht geheuer, die Kraftwerke sind so veraltet, dass sie zunehmend abgeschaltet werden, Öl verunsichert uns mit Achterbahnpreisen und der Endlichkeit seiner Felder, und die Windparks sehen irgendwie schwachbrüstig aus, zumindest an windstillen Tagen.
Dass sich Stromausfälle mehren, trägt auch nicht zur Beruhigung bei: Am 28. Juni 2008 beispielsweise fiel der Strom in Berlin für 50 Minuten aus, am 10. Februar im Ortsteil Prenzlauer Berg für zwei Stunden, am 17. Februar fehlte im Ortsteil Kreuzberg über die Mittagszeit in 16.500 Haushalten Strom; in Eisingen in Unterfranken gab es am 10. April keinen Strom und am 10. August keinen in Beuel.
Als Gründe werden in der Regel "Pannen" angegeben, aber unter dem Strich bleibt: Unsere Versorgungssicherheit ist nicht mehr das, was sie war. Wenn wir zudem hören, dass in anderen Ländern - Südafrika, um nur eines zu nennen - die Netze so überlastet sind, dass der Strom stundenweise abgeschaltet wird, dann könnten wir uns fragen, ob es dazu auch bei uns kommen kann - und wenn ja, was wir dagegen tun. Immerhin gibt es bereits ganze Gemeinden, die sich entschieden haben, Selbstversorger zu werden.
Berühmtes Beispiel der vorbildlichen Integration alternativer Energien ist der Ort Dardesheim im Harz. Dort fahren nicht nur Elektroautos mit dezentral erzeugtem sauberem Ökostrom aus Windanlagen, Solaranlagen und Biogas, sondern der Ort produziert darüber hinaus vierzigmal mehr Strom als er verbraucht und verkauft ihn an den Eon-Konzern. Überhaupt scheint sich anzudeuten, dass nicht mehr der "Luftkurort" des vergangenen Jahrhunderts für gesunde Landidylle steht, sondern das "Bioenergiedorf".
Im Bioenergiedorf Jühnde beispielsweise gibt es eine Biogasanlage und ein angeschlossenes Blockheizkraftwerk zu besichtigen, dessen Abwärme einen Teil des Wärmebedarfs der Gemeinde deckt. Der hohe Wärmebedarf im Winter wird durch ein Heizwerk, in dem Holzhackschnitze verfeuert werden, generiert.
Und in Baden-Württemberg gibt es bereits etliche Gemeinden, die sich von fossiler Energie unabhängig gemacht haben. Das, was einmal "Ökofreak-Fantastereien" waren, ist heute vorbildlich geworden, jedenfalls dann, wenn die Zukunft tatsächlich in regenerativer Bioenergie liegt.
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