Der schwäbische Ministerpräsident Oettinger beklagte, dass der Absatz von Jahreswagen an Werksangehörige aufgrund steuerlicher Regelungen ins Stocken geraten sei. "Der Betriebsangehörige muss die Differenz zwischen dem Kaufpreis und einem Vergleichspreis versteuern. Dieser Vergleichspreis, mit dem man sich einem Marktpreis annähern will, entspricht aber nicht mehr der Realität."
Es werde nicht berücksichtigt, dass ein Neuwagenkäufer heute am Markt durchaus gute Rabatte erzielen könne, die er selbstverständlich nicht versteuern müsse, sagte Oettinger. Dadurch seien die tatsächliche Marktpreise geringer als die, die sich ein Jahreswagenkäufer für seinen zu versteuernden Vorteil anrechnen lassen muss. "Hier sehe ich Überprüfungs- und Handlungsbedarf", sagte der Stuttgarter Regierungschef, in dessen Bundesland unter anderem die Autounternehmen Daimler und Porsche ihren Sitz haben.
Der Vorstoß aus Union und SPD geht dem Handelsblatt zufolge auf eine Forderung des Gesamtbetriebrats von BMW
zurück. Dieser beklage seit Langem, dass die Verschärfung der steuerlichen Regelungen den Kauf firmeneigener Wagen für die Belegschaft unattraktiv gemacht habe. BMW und der BMW-Betriebsrat hatten vor Monaten bereits damit
für Aufsehen gesorgt, eigene Mitarbeiter zu bedrängen, die Fahrzeuge anderer Hersteller als die ihres Arbeitgebers gekauft hatten.
Nach Angaben von Beckmeyer sei der Werksverkauf an Betriebsangehörige bei Daimler seit 2002 von 40.000 auf 7000 Fahrzeuge im Jahr 2008 eingebrochen. BMW habe in diesem Jahr erst 7000 Wagen an die eigenen Angestellten verkauft. 1999 seien es noch 24.000 Autos gewesen.
manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und dpa-afx
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