Berlin - Union und SPD arbeiten nach Medienberichten an Plänen, dem befürchteten Verkaufsminus der Autohersteller nach Auslaufen der Abwrackprämie zu begegnen. Das "Handelsblatt" (Montagsausgabe) berichtet, dass die Regierungsparteien erwögen, das Steuerrecht für den Jahreswagenkauf von Werksangehörigen zu ändern - und so eine Ersatzsubvention für die Abwrackprämie zu schaffen.
"Der Neuwagenverkauf könnte zum Beispiel durch eine vernünftige Ausgestaltung der Besteuerung von Jahreswagen für Werksangehörige belebt werden. Hier haben wir aktuell ein Problem", zitiert das Blatt den baden-württembergischen Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) dann auch.
Grund für die Überlegungen ist das Ergebnis der bisherigen Verkaufsförderung für Autos. Die Abwrackprämie bremste die Talfahrt der Autounternehmen insgesamt zwar auf Kosten des Steuerzahlers ab. "Der relative Absatzverlust sinkt tatsächlich im zweiten Quartal aufgrund der Prämie bei fast allen Herstellern", hat beispielsweise der Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach herausgefunden.
Doch die Profiteure der Abwracksubvention waren vor allem ausländische Autohersteller. So habe der koreanischen Hersteller Kia seine Verkäufe zuletzt gar um 3,1 Prozent gesteigert. Zu den Verlieren gehörten dagegen gerade die hiesigen Premiumhersteller, wie beispielsweise Daimler
und Porsche
. Die beiden schwäbischen Unternehmen mussten nach Angaben des Wirtschaftsforschers im zweiten Quartal dieses Jahres Absatzverluste von 28,5 Prozent und 27,6 Prozent hinnehmen.
Von den deutschen Autounternehmen profitierte einzig Volkswagen
. Der größte deutsche Autokonzern konnte dank der Abwrackprämie seine Verkaufsverluste mit minus 9,1 Prozent verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum in Grenzen halten, hat Bratzel errechnet.
Deshalb erwäge auch der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion eine Folgesubvention für Autounternehmen, die vor allem den hiesigen Herstellern helfe. "Statt die Abwrackprämie zu verlängern, sollten wir versuchen, über eine bessere steuerliche Förderung von Jahreswagen gezielt den Absatz deutscher Hersteller zu stabilisieren und so den gefürchteten Absatzeinbruch nach Auslaufen der Umweltprämie zumindest zu dämpfen", sagte Uwe Beckmeyer dem "Handelsblatt".
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