Union und SPD arbeiten offenbar an Plänen, deutschen Autoherstellern mit neuen Finanzhilfen unter die Arme zu greifen. Erwogen würden besondere Steuervergünstigungen als Ersatz für die Abwrackprämie. Denn von der profitierten vor allem ausländische Hersteller. Deutsche Oberklassemarken gingen dagegen fast leer aus.
Berlin - Union und SPD arbeiten nach Medienberichten an Plänen, dem befürchteten Verkaufsminus der Autohersteller nach Auslaufen der Abwrackprämie zu begegnen. Das "Handelsblatt" (Montagsausgabe) berichtet, dass die Regierungsparteien erwögen, das Steuerrecht für den Jahreswagenkauf von Werksangehörigen zu ändern - und so eine Ersatzsubvention für die Abwrackprämie zu schaffen.
"Der Neuwagenverkauf könnte zum Beispiel durch eine vernünftige Ausgestaltung der Besteuerung von Jahreswagen für Werksangehörige belebt werden. Hier haben wir aktuell ein Problem", zitiert das Blatt den baden-württembergischen Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) dann auch.
Grund für die Überlegungen ist das Ergebnis der bisherigen Verkaufsförderung für Autos. Die Abwrackprämie bremste die Talfahrt der Autounternehmen insgesamt zwar auf Kosten des Steuerzahlers ab. "Der relative Absatzverlust sinkt tatsächlich im zweiten Quartal aufgrund der Prämie bei fast allen Herstellern", hat beispielsweise der Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach herausgefunden.
Deshalb erwäge auch der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion eine Folgesubvention für Autounternehmen, die vor allem den hiesigen Herstellern helfe. "Statt die Abwrackprämie zu verlängern, sollten wir versuchen, über eine bessere steuerliche Förderung von Jahreswagen gezielt den Absatz deutscher Hersteller zu stabilisieren und so den gefürchteten Absatzeinbruch nach Auslaufen der Umweltprämie zumindest zu dämpfen", sagte Uwe Beckmeyer dem "Handelsblatt".
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