Dienstag, 09. Februar 2010, 17:57 Uhr
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23.07.2009

Peer Steinbrück

"Nein, Spaß macht es nicht!"

Von Henrik Müller und Christian Rickens

Finanzminister Peer Steinbrück warnt im Gespräch mit manager magazin eindringlich vor steigenden Inflationsraten. Der nächsten Bundesregierung stehe "ein hartes Stück Arbeit" bevor, so der SPD-Politiker.

Hamburg - Finanzminister Peer Steinbrück warnt eindringlich vor einer Geldentwertung. Bei anziehender Konjunktur drohten steigende Inflationsraten, sagte er in einem Interview mit dem manager magazin, dessen neue Ausgabe ab Freitag (24. Juli) im Handel erhältlich ist.

Finanzminister Steinbrück: "Wie kriegen wir die Zahnpasta zurück in die Tube?"
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Finanzminister Steinbrück: "Wie kriegen wir die Zahnpasta zurück in die Tube?"

© REUTERS
"Bei all dem Geld, das in den vergangenen Monaten in die Märkte gepumpt worden ist, wird uns dann vor allem die Frage beschäftigen: Wie kriegen wir die Zahnpasta zurück in die Tube? Gelingt es den Zentralbanken, die Liquidität wieder aus dem Markt zu nehmen?"

Auch die Finanzpolitik nannte Steinbrück als Inflationstreiber: Die hohe Verschuldung "in einigen Staaten" lege den Verdacht nahe, die Politik werde künftig "ein bisschen mehr Inflation billigend in Kauf" nehmen, "um die Schuldenlast zu reduzieren".

Steinbrück äußerte in diesem Zusammenhang die Erwartung, dass die internationale Bedeutung des Dollars als Weltwährung abnehmen werde zugunsten des chinesischen Yuans und des Euros. "Wenn wir in zehn Jahren auf diese Krise zurückblicken, dann werden wir feststellen: Die dominante Rolle des angloamerikanischen Finanzmarktes, auch in seiner Definitionshoheit über Finanzprodukte oder Marktbedingungen, hat sich natürlich nicht verflüchtigt, aber relativiert."

Der nächsten Bundesregierung sagte Steinbrück schwierige Zeiten voraus. Es werde "ein hartes Stück Arbeit", die Staatsverschuldung wieder unter Kontrolle zu bringen. Daran wolle er auch künftig mitwirken, auch wenn sich die Freude an seinem Amt in Grenzen halte: "Nein, Spaß macht es nicht! Darum geht es jetzt in der Krise aber auch nicht."


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