Auch Opel selbst will zu dem Thema nichts sagen. Unternehmenskreise bezeichnen das Vorgehen des Betriebsrats jedoch als bedrohlich für den Standort Bochum selbst. Investoren könnten abgeschreckt werden, heißt es. Auch gerade erst beschlossene Investitionen für den in zwei Jahren anstehenden neuen "Zafira" gerieten durch das Verhalten möglicherweise wieder in Gefahr. Insgesamt, so die Kreise, geht es bei dem Streit um einen Betrag im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
"Wenn das durchgeht, hat sich Bochum keinen Gefallen getan", sagt ein Insider. "Letztlich muss schließlich der Steuerzahler die Zeche bezahlen." Hintergrund ist die aktuelle Gesellschafterstruktur von Opel. Solange die Verhandlungen über einen Verkauf - möglicherweise an den österreichischen Autozulieferer Magna - nicht abgeschlossen sind, befindet sich das Unternehmen zu 35 Prozent im Besitz von General Motors und zu 65 Prozent im Besitz einer Treuhandgesellschaft - hinter der sich zum Großteil der deutsche Staat verbirgt.
Dass durch die Weigerung der Bochumer, auf ihr Urlaubsgeld zu verzichten, die Staatshilfe in Gefahr gerät, glaubt Einenkel jedoch nicht. "Das ist Quatsch", schreibt er in seinem jüngsten Rundbrief an die Kollegen in Bochum. "Diese Behauptung ist dumm und töricht."
Was also wird passieren? Können die Opelaner wie geplant in Urlaub fahren? Oder setzt sich die Unternehmensleitung mit ihrer Linie durch? Eine Entscheidung dürfte am morgigen Freitag fallen. Dann nämlich, ab neun Uhr morgens, befindet das Bochumer Arbeitsgericht über den Antrag der Arbeitnehmer auf einstweilige Verfügung.
Ganz gleich jedoch, wie der Richterspruch lautet, der Streit könnte weitergehen. Spätestens am Jahresende geht es vielleicht schon wieder hoch her. Denn dann steht das Weihnachtsgeld an - und Arbeitsdirektor Kimmes hat in seiner Rundmail schon angekündigt, dass das wohl ebenfalls ausfallen soll.
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