Hamburg - Innerhalb der Arbeitnehmerschaft des angeschlagenen Autobauers Opel ist ein heftiger Streit entbrannt. Die Frontlinie verläuft rings um das Opel-Werk in Bochum. Die Beschäftigten dort kämpfen um ihr Urlaubsgeld - und ihre Kollegen in anderen Werken schütteln darüber zornig den Kopf angesichts der prekären Situation, in der sich das mit einem staatlichen 1,5-Milliarden-Euro-Kredit gestützte Unternehmen befindet.
Mit der Brechstange: Per Gerichtsbeschluss will der Bochumer Betriebsrat die Zahlung von Urlaubsgeld erreichen
Was ist passiert? Vor wenigen Wochen informierte die Geschäftsleitung in Bochum die Mitarbeiter auf einer Betriebsversammlung darüber, dass bis auf Weiteres kein Urlaubsgeld gezahlt werde. Kurz darauf begründete Arbeitsdirektor Holger Kimmes den Schritt in einer Rundmail. Nachdem es in letzter Minute gelungen sei, die staatliche Brückenfinanzierung zu sichern, so Kimmes, könne und werde auf keinen Fall weitergemacht wie bisher. "Unser Unternehmen verliert nach wie vor jeden Tag Geld", schreibt der Arbeitsdirektor. "Es liegt in unserer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich dies ändert."
Der Beitrag, der zu leisten sei, sei Teil des Unternehmensplans, den Opel potenziellen Investoren vorlegt. "Vor diesem Hintergrund sind die jüngsten Entscheidungen wie (...) die Verschiebung des Urlaubsgeldes bis auf Weiteres zu sehen", so Kimmes.
Der Manager wähnt sich im Einvernehmen mit den Arbeitnehmervertretern. Das Problem: In Bezug auf den Konzernbetriebsrat liegt er damit offenbar auch richtig - der Betriebsrat in Bochum jedoch vertritt einen anderen Standpunkt.
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