30.06.2009
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Konjunktur

Arbeitslosenzahl sinkt nur minimal

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni um 48.000 auf 3.410.000 gesunken. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 8,1 Prozent ab. Für einen Juni ist der Rückgang nur sehr schwach: Die sonst übliche Frühjahrsbelebung wird durch die Wirtschaftskrise ausgebremst.

Wiesbaden - Die Frühjahrsbelebung am deutschen Arbeitsmarkt ist im Mai wegen der Wirtschaftskrise nur schwach ausgefallen. Die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 147.000 oder 0,4 Prozent auf 40,05 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat sei die Beschäftigung um 88.000 Personen beziehungsweise 0,2 Prozent gestiegen, womit sich wie bereits in den Vormonaten eine leichte Frühjahrsbelebung des Arbeitsmarktes zeige.

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Allerdings hatte sich die Zahl der Erwerbstätigen in den Jahren 2007 und 2008 im Durchschnitt von April auf Mai um 122.000 erhöht. Die im laufgenden Jahr ungünstigere Entwicklung dürfte den Statistikern zufolge auf die allgemeine Wirtschaftsschwäche zurückgehen, wobei die Inanspruchnahme von Kurzarbeit auch im Mai die negativen konjunkturellen Effekte abgemildert haben dürfte. Saisonbereinigt waren im Mai 40,11 Millionen Personen in Deutschland erwerbstätig, das waren 14.000 weniger als im Vormonat.

Die vom Statistischen Bundesamt nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ermittelte Zahl der Erwerbslosen belief sich im Mai nach vorläufigen Schätzungen auf saisonbereinigt 3,32 Millionen. Die Zahl der Erwerbslosen lag somit saisonbereinigt um 140.000 Personen oder 4,6 Prozent über der des Vorjahresmonats. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich die saisonbereinigte Erwerbslosenzahl um 7000 oder 0,2 Prozent. Die EU-weit harmonisierte saisonbereinigte ILO-Erwerbslosenquote für Deutschland lag bei 7,7 Prozent. Im Vorjahresmonat hatte sie 7,4 Prozent betragen.

Für einen Juni falle der Rückgang ungewöhnlich schwach aus, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Im Schnitt der vergangenen drei Jahre war die Arbeitslosenzahl zum Sommeranfang noch um rund 130.000 gesunken.

Dass die Arbeitslosenzahlen derzeit noch sinken, ist auch den Experten aus Wirtschaft und Verwaltung zufolge vor allem der massenhaften Kurzarbeit zu verdanken. "Die Kurzarbeit dürfte weiter abfedernd wirken, aber wenn die Unternehmen keine dauerhafte Perspektive sehen und etwa die Auftragseingänge nicht steigen, dann werden Entlassungen sehr schnell folgen", warnte DZ-Bank-Analyst Philipp Jaeger. Viele Fachleute erwarten, dass die Wirkung der auf 24 Monate verlängerten Kurzarbeit im Herbst ausgereizt sein wird.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx

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