Von Matthias Kaufmann und Lutz Reiche
Duisburg - Die Zeiten sind billig. Noch bewegt sich die Inflationsrate um den Nullpunkt. Aber eine Deflation mit real sinkenden Preisen kann nicht ausgeschlossen werden. Sollte es so weit kommen, dann war die Automobilwirtschaft ganz weit vorne dabei, bei den Preistreibern nach unten.
Das findet inzwischen schon in den Preislisten der Hersteller seinen Niederschlag. Dort, wo es seit Erfindung des Autos nur einen Trend zu geben schien: Wachstum. Bei der Neuauflage des Familienvans Renault Grand Scénic entschied sich der französische Hersteller
für eine Preissenkung, um ganze 2000 Euro beim Grundmodell. Trotz größerer Karosse und umfangreicher Ausstattung.
Doch für solchen Preisverfall bedarf es keines Modellwechsels. Selbst bereits eingeführte Modelle werden immer seltener zu dem Preis verkauft, der in den Prospekten steht. Denn am Automarkt herrscht eine Rabattschlacht ungekannten Ausmaßes.
"Außer Rand und Band"
Wer einen Citroën C1 least, bekommt über die Hälfte des Kaufpreises erlassen. Fast genauso viel schlägt Fiat für einen neuen Panda ab. Beim Kauf eines Chevrolet Matiz oder Opel Corsa sind immerhin noch Nachlässe von knapp 45 Prozent drin. Das sind Herstellerrabatte - Schmankerln vom Händler, etwa der sprichwörtliche Satz Winterreifen, den es oft obendrein gibt, sind nicht berücksichtigt.
Das geht aus einer Studie des Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen hervor. Professor Ferdinand Dudenhöffer und sein Team haben insgesamt 334 Verkaufsaktionen der Hersteller im Juni ausfindig gemacht und ausgewertet. Sie kommen zu dem Schluss: "Das Rabattgefüge in Deutschland ist außer Rand und Band."
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