Von Michael Freitag
Eben jene Credit Suisse beriet aber nicht nur von Opel, sie ist auch Großaktionär von SPS. Über verschiedene Investmentvehikel gehören der Bank mindestens 15 Prozent an der Immobiliengesellschaft; und sie profitiert gleich doppelt von dieser Beteiligung. Zum einen kassiert sie Dividenden; zum anderen streicht sie Gebühren dafür ein, dass sie das Immobilienportfolio von SPS verwaltet.
The Nature of the Beast
Georg von Opel, der Erbe der Autodynastie, hat einen Kaufhauskonzern zerlegt - reichlich unkonventionell und mit hohem Profit. Lesen Sie mehr im aktuellen manager magazin, Heft 7/2009, ab Seite 23.
SPS-Chef Markus Graf jedenfalls scheint mit dem Projekt hochzufrieden. Er freut sich bereits auf "jährliche Kostensenkungen um 25 bis 35 Millionen Franken und ein zusätzliches Ertragspotenzial von 10 bis 15 Millionen Franken". Auch Graf dürfte gleich doppelt erfreut sein. Er ist nicht nur Vorstandschef von SPS. Er leitet zudem das Real Estate Asset Management der Credit Suisse und ist damit so etwas wie der oberste Immobilienmanager der Bank. Auch Grafs Vorstandskollegen bei SPS stehen gleichzeitig in Diensten von Credit Suisse. Finanzchef Peter Wullschleger leitet Finanzabteilung und Controlling des Real Estate Asset Management, der für die Informationstechnologie zuständige Peter Lehmann arbeitet schon seit 25 Jahren in verschiedenen Funktionen für Credit Suisse.
Die Credit Suisse sei einer der größten Kreditgeber von SPS, heißt es in Finanzkreisen. Sie habe den Kauf von Georg von Opels Jelmoli-Anteil finanziert und berate SPS bei dem gesamten Jelmoli-Deal. Gut informiert über das Kaufobjekt dürfte sie gewesen sein. Denn die Bank, man trifft sich immer wieder in der Schweizer Finanzszene, ist auch einer der größten Kreditgeber von Jelmoli - und als solcher bestens vertraut mit der Finanzlage der Immobiliengesellschaft.
Wo man auch hinschaut, die Großbank gewinnt bei der Jelmoli-Übernahme. Selbst die Finanzierung von SPS wird nach Abschluss des Kaufs weniger riskant sein als zuvor. Jelmoli hatte seine Immobilien mit deutlich weniger Fremdkapital finanziert als SPS. Der Käufer profitiert jetzt: Nach einer Fusion würde die SPS-Verschuldung im Verhältnis zum Wert des Konzernportfolios sinken.
Und weil sie selbst auf einen solchen Deal offenbar nie gekommen wären, genehmigten die Credit-Suisse-Leute an der SPS-Spitze ihren Credit-Suisse-Kollegen aus dem Investmentbanking wohl auch noch eine Prämie für die Übernahmeidee. Von einer Finder's Fee in deutlich zweistelliger Millionenhöhe spricht die Branche. "Wahrscheinlich war es ungemein schwierig, Jelmoli auf der Zürcher Bahnhofstraße zu finden", spottet einer aus der Schweizer Finanzszene.
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