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manager magazin



30.06.2009
 

Schweizer Affäre

Der Kaufhaus-Deal der Credit Suisse

Von Michael Freitag

Selten ist ein Interessenkonflikt so offensichtlich wie bei einem milliardenschweren Übernahmeangebot, das derzeit die Schweizer Wirtschaft bewegt. Es geht um die Großbank Credit Suisse und um Jelmoli, früher eine Art Karstadt im Heidi-Land.

Hamburg/Zürich - Streit über Interessenkonflikte gehören in der deutschen Wirtschaft zum Alltag. Mal versuchen Aktionäre des Autozulieferers Continental, Aufsichtsratschef Rolf Koerfer abzusetzen, weil der auch für Haupteigentümer Schaeffler arbeitet. Mal zieht VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Kritik auf sich, weil er als Porsche-Großaktionär vielleicht nicht immer nur das Wolfsburger Wohl im Kopf habe.

Credit Suisse: Übernimmt SPS den Konkurrenten Jelmoli, dürfte die Schweizer Großbank mehrfach profitieren
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DPA

Credit Suisse: Übernimmt SPS den Konkurrenten Jelmoli, dürfte die Schweizer Großbank mehrfach profitieren

Dann ist es wieder die Commerzbank, die einerseits knapp an Kapital ist, andererseits zu fast 25 Prozent im Besitz des Bundes. Und damit womöglich besonders anfällig für politische Wünsche, dem einen oder anderen Krisenunternehmen mit einem Kredit aus der Patsche zu helfen?

Selten jedoch ist der Konflikt so offensichtlich wie bei einem milliardenschweren Übernahmeangebot, das in den vergangenen Wochen die Schweizer Wirtschaft bewegte. Es geht um die Großbank Credit Suisse Chart zeigen und um Jelmoli Chart zeigen, früher eine Art Karstadt der Schweiz, inzwischen unter Führung von Mehrheitsaktionär Georg von Opel aufgespalten in ein Investmentunternehmen namens Athris und einen Immobilienkonzern (siehe: "The Nature of the Beast" im aktuellen manager magazin, Heft 7/2009, Seite 23, das seit Freitag (26. Juni) im Handel erhältlich ist).

Das Immobilienunternehmen heißt weiter Jelmoli, aber schon in wenigen Monaten dürfte davon nicht mehr übrig sein als ein ruhmreiches Kaufhaus in der Zürcher Bahnhofstraße. Der Konzern wird aller Voraussicht nach vom Konkurrenten Swiss Prime Site Chart zeigen (SPS) übernommen; und wo man auch hinschaut bei diesem Deal: Die Credit Suisse ist stets dabei.

Die Verwicklungen beginnen bei Georg von Opel. Der in der Schweiz lebende Großinvestor hielt bis vor wenigen Wochen 30 Prozent an Jelmoli. Dann verkaufte er das Paket für knapp 500 Millionen Franken an SPS, bezahlt zur Hälfte in bar, zur Hälfte in SPS-Anteilen. Der Rest der Aktionäre erhielt nur SPS-Anteile: "Für die Aufgabe einer Stimmenmehrheit ist eine Prämie absolut marktkonform", urteilt von Opel. "Und das Angebot der SPS war gegenüber den anderen Aktionären ziemlich ausgeglichen. Sie erhalten ein etwas besseres Umtauschverhältnis, ich dafür einen Anteil Cash."

Beraten worden sei er bei dem Verkauf von Credit-Suisse-Bankern, heißt es in Finanzkreisen. Die Bank selber mag sich nicht dazu äußern, genauso wenig wie zu dem gesamten Fall Jelmoli/SPS.

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