SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD) lehnt unterdessen eine Unterstützung des angeschlagenen Stuttgarter Autokonzerns Porsche mit Steuergeld ab. Nur wenn die Staatsbank KfW zu dem Ergebnis komme, dass ein von Porsche beantragter Milliardenkredit zu üblichen Geschäftsbedingungen und mit der Aussicht auf Gewinn vergeben werden könne, dürfe dieser Kredit bewilligt werden. "Mit Steuergeld muss hier nicht geholfen werden", sagte Steinmeier der "Stuttgarter Zeitung" (Samstagausgabe).
Als wenig relevant stufen Aktienhändler die Zahlen von Porsche ein. "Die Zahlen sind schwach wie erwartet", so ein Marktteilnehmer. Der Markt schaue aber nicht auf das operative Geschäft, sondern auf die mögliche Kapitalerhöhung mit dem möglichen Einstieg Katars und die Entwicklung bei VW. Heino Ruland von Ruland Research meint, die Zahlen hätten einen "positiven Touch". Der Absatz falle stärker als der Umsatz. "Das zeigt einen Trend zum Verkauf höhermargiger Produkte, also weg von Cayman/Boxster und hin zum 911er", so der Analyst. Allerdings meint auch Ruland, die Zahlen hätten vermutlich keinen Einfluss auf die Kursfindung.
Zusätzlich berichtet die "SZ" indes über neue Details vom Machtkampf bei Porsche zwischen Vorstand und Großaktionär Ferdinand Piëch. Nach Informationen der Zeitung wirft Konzernchef Wendelin Wiedeking dem Miteigentümer Piëch in einem Brief vor, Porsche mit öffentlichen Attacken möglicherweise schwer geschadet zu haben. Dafür müsse Piëch notfalls "persönlich haften", warne ihn Wiedeking. Einen ähnlichen Vorwurf hat der Porsche-Chef gegenüber IG-Metall-Chef und Porsche-Aufsichtsrat Berthold Huber erhoben. Außenminister Steinmaier kritisierte die "Familienstreitigkeiten zwischen den Piëchs und den Porsches und zwischen den CDU-Ministerpräsidenten Oettinger und Wulff". Letztlich gehe es dabei um die Frage, "unter welcher Führung die Fusion von VW und Porsche erfolgt und welches Bundesland davon profitiert". Oettinger steht hinter dem Kreditantrag, während Wulff ihn kritisiert. Dieser Streit sei kontraproduktiv und nutze weder den Unternehmen noch den Beschäftigten an beiden Standorten.
manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen
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