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19.06.2009
 

Porsche

Absatzeinbruch als Nebensache

Eine mögliche Vorentscheidung über den beantragten Milliardenkredit der Staatsbank KfW, neue Details zum Machtkampf an der Spitze und der Hexensabbat an der Terminbörse: Porsche steht erneut im Mittelpunkt des Interesses. Ein Rückgang bei Umsatz, Ergebnis und Absatz beim Sportwagenbauer wird dabei fast zur Randnotiz.

Stuttgart/Berlin - Der hoch verschuldete Sportwagenhersteller Porsche Chart zeigen hat in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres einen Rückgang bei Umsatz, Absatz und operativem Ergebnis verzeichnet. Zwar habe sich das Ergebnis des Porsche-Konzerns insgesamt "deutlich erhöht", wie das Unternehmen mitteilt. Darin sind jedoch erstmals auch die Zahlen von Volkswagen Chart zeigen enthalten.

Hoffnungsträger: Ab September verkauft Porsche den neuen Panamera - hilft er den Absatzzahlen wieder auf die Beine?
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Hoffnungsträger: Ab September verkauft Porsche den neuen Panamera - hilft er den Absatzzahlen wieder auf die Beine?

Hintergrund: Porsche hält inzwischen 51 Prozent an Volkswagen und konsolidiert daher die Zahlen der Wolfsburger in der eigenen Bilanz. Während Porsche seine Neun-Monats-Zahlen in die aktuelle Veröffentlichung einbrachte, sind es von Volkswagen die Zahlen des ersten Quartals 2009.

Exklusive dieser Volkswagen-Zahlen sank der Umsatz von Porsche im Vergleich zur Vorjahresperiode von August bis April um 15 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro, so das Unternehmen. Das operative Ergebnis lag unter dem Vorjahr. Dagegen sei das Ergebnis aus VW-Aktienoptionsgeschäften durch den hohen Kurs der VW-Stammaktie "deutlich angestiegen". Bereits in den Vorjahren hatte Porsche keine genauen Zahlen bekannt gegeben, sondern nur eine Tendenz.

Die Konsolidierung der Volkswagen-Zahlen führt auch bei der veröffentlichten Absatzstatistik zu kuriosen Angaben. Der Porsche-Konzern habe mehr als 1,4 Millionen Autos verkauft, heißt es in der Mitteilung. Lediglich 53.635 davon trugen allerdings das Porsche-Label. Der Absatz der Baureihen 911, Boxster/Cayman und Cayenne ging im Zuge der allgemeinen Branchenkrise um 27,6 Prozent auf diese Zahl zurück. Besonders stark fiel wegen des Modellwechsels im Februar der Rückgang beim Boxster/Cayman aus. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet der Konzern im Vergleich zum Vorjahr mit einem geringeren Absatz und Umsatz.

Durch die Aufstockung der VW-Beteiligung auf knapp 51 Prozent hatte der Sportwagenhersteller massiv Schulden aufgehäuft. Mittlerweile hat sich Porsche Kredite in Höhe von 10,75 Milliarden Euro gesichert. Weitere 1,75 Milliarden Euro sollen von der staatlichen Förderbank KfW kommen. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) könnte an diesem Freitag eine Vorentscheidung fallen, ob Porsche das Geld bekommt.

Der Vorstand und Lenkungsausschuss der KfW wolle sich mit dem Kreditantrag aus Schwaben befassen, so die "SZ". Dem Lenkungsausschuss gehören vier Vertreter der Bundesregierung an, er befindet ab einer bestimmten Größenordnung über Darlehen. Sowohl in Regierungs- wie auch in Oppositionskreisen gibt es allerdings erhebliche Vorbehalte gegen die Stuttgarter Geldwünsche. Zudem führen die Stuttgarter derzeit Gespräche über einen Einstieg des finanzstarken Emirats Katar.

Noch liegt im Bundeswirtschaftsministerium seitens der KfW allerdings keine Empfehlung zum weiteren Vorgehen vor. "Nein, es liegt mir noch keine Empfehlung vor", sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Freitag in Berlin.

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