23.05 Uhr: Für das insolvente Versandhaus Quelle ist mit staatlicher Hilfe Rettung in letzter Sekunde möglich. Bei einem Krisentreffen in der bayerischen Staatskanzlei sagten die Banken zu, bis Freitagvormittag eine Lösung auszuarbeiten, um Quelle die dringend benötigten frische Kredite zu sichern. Damit soll der Druck des neuen Quelle-Katalogs finanziert werden, ohne den das Unternehmen sein Versandgeschäft nicht fortführen könnte. Die bayerische Staatsregierung sagte die Beteiligung an einer geplanten 50-Millionen-Euro-Bürgschaft von Bund und Ländern zu, wie Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Donnerstagabend in München mitteilte.
Quelle-Geschäftsführer Konrad Hilbers dankte allen Beteiligten überschwänglich: "Zehntausend Beschäftigte in Deutschland sind Ihnen dankbar. Der vorläufige Insolvenzverwalter des Quelle-Mutterkonzerns Arcandor, Klaus Hubert Görg, ist optimistisch, dass die Zukunft des Traditionsunternehmens damit gesichert werden kann: "Ich bin nach diesem Gespräch zuversichtlich, sehr zuversichtlich, dass wir den Geschäftsbetrieb der Quelle wiederaufnehmen und für lange Zeit sichern können."
22.15 Uhr: Positive Konjunkturdaten und eine gute Stimmung im Finanzsektor haben den US-Standardwerten am Donnerstag Gewinne beschert. Der Leitindex Dow Jones
"Es zeigt sich, dass die US-Wirtschaft noch eine holprige Strecke vor sich hat. Aber die guten Nachrichten nehmen zu und die schlechten Nachrichten werden immer seltener", kommentierte Marktexperte Burt White von LPL Financial die überwiegend positiven Konjunkturdaten. Sowohl der Philly-Fed-Index, der das Geschäftsklima der Region Philadelphia abbildet, als auch der Sammelindex der Frühindikatoren übertrafen die Erwartungen deutlich. Der unerwartete Anstieg der Erstanträge verwundere nicht so stark, da die Arbeitsmarktdaten ein konjunktureller Nachläufer seien, hieß es am Markt.
Insbesondere Finanzwerte rückten mit Rückzahlungen von Staatshilfen in den Mittelpunkt. Neun große Banken - darunter JPMorgan Chase
, Morgan Stanley
und Goldman Sachs
- zahlten Hilfen von insgesamt mehr als 66 Milliarden Dollar zurück. JPMorgan gewannen 4,4 Prozent auf 34,17 Dollar. für Morgan Stanley und Goldman ging es um jeweils rund 2 Prozent nach oben.
Aktien von Prudential Financial
kletterten um knapp 4 Prozent: Der angeschlagene Finanzkonzern will sich von seiner Beteiligung an dem Brokerhaus Wells Fargo Advisors trennen. Die Großbank Wells Fargo
solle die 38-Prozent-Beteiligung an dem bisherigen Gemeinschaftsunternehmen übernehmen, teilte Prudential Financial mit. Der Preis wird auf fünf Milliarden US-Dollar geschätzt. Wells Fargo-Titel gewannen 2,6 Prozent hinzu.
20.50 Uhr: Die EU-Staaten haben den Weg für eine umfassende Reform der europäischen Finanzaufsicht frei gemacht. Die Staats- und Regierungschefs gaben am Donnerstag in Brüssel für die Pläne von Kommissionspräsident José Manuel Barroso grünes Licht. Zu seinen Vorschlägen zählen ein bei der Europäischen Zentralbank angesiedelter Europäischer Rat für Systemrisiken, der Frühwarnungen abgeben soll. Ein solcher Fall könnte eintreten, wenn etwa eine Bank so große Probleme bekommt, dass sie andere Geldhäuser mit in den Abgrund zu reißen droht. Zudem sollen drei schon bestehende EU-Aufsichtsgremien für den Banken-, Versicherungs- und Wertpapiersektor zu Behörden aufgewertet und miteinander und den nationalen Behörden vernetzt werden. Sie sollen als Schiedsgerichte verbindliche Beschlüsse fällen können, wenn sich etwa zwei nationale Aufseher nicht einig werden.
20.15 Uhr: Die Ratingagentur S&P hat das langfristige Rating für den Autobauer Daimler
19.48 Uhr: Mehrere japanische Konzerne erwägen, Staatshilfe zu beantragen. Der weltweit drittgrößte Chiphersteller Elpida könnte dabei als erstes Unternehmen ein neues Konjunkturpaket der Regierung in Anspruch nehmen. Demnach würde die staatliche Entwicklungsbank über den Kauf von Vorzugsaktien Elpida Geld zuschießen, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Kreisen zufolge erwägen auch Pioneer oder Japan Airlines einen Antrag auf Staatshilfe. Japans größter Elektronikhersteller Hitachi hatte am Montag angekündigt, diesen Schritt zu prüfen.
19.11 Uhr: Der Arcandor-Konzern hat am Donnerstag die Zahl der von den Insolvenzen betroffenen Mitarbeiter auf 40.000 nach unten korrigiert. Früheren Angaben zufolge seien von der Insolvenz 50.000 Beschäftigte betroffen . Der Grund für die Differenz liege in bisher unscharfen Abgrenzungen der über 500 Einzelgesellschaften auf Gruppenebene sowie in unterschiedlichen Stichtagsbetrachtungen, erklärte ein Sprecher
18.21 Uhr: Top-Manager sollen künftig angemessener nach ihrer Leistung bezahlt werden und für Verluste auch persönlich haften. Der Bundestag beschloss ein Gesetz zur Vorstandsvergütung. Danach sollen sich die Gehälter der Firmenchefs stärker an der nachhaltigen und langfristigen Unternehmensentwicklung orientieren: Das Einkommen eines Managers muss sich demnach künftig an der branchen- und landesüblichen Vergütung ausrichten und im Unternehmen selbst vergleichbar sein. Aktienoptionen sollen Firmenvorstände künftig vier statt nur zwei Jahre halten müssen, bevor sie einlösen dürfen.
17.40 Uhr: Der Dax
schließt auf Xetra 0,8 Prozent im Plus bei 4837 Punkten. Unterstützung kam von der Wall Street: Der Dow Jones notierte am Nachmittag mit 0,7 Prozent im Plus.
16.30 Uhr: Fiat will die Automobil-Produktion in seinem Werk in Termini Imerese auf Sizilien nach 2011 einstellen. Allerdings soll das Werk nicht komplett geschlossen werden, sondern andere Aktivitäten jenseits des Automobilgeschäfts verfolgen. Entsprechende Pläne stellte das Unternehmen heute vor. Am Standort auf Sizilien sind rund 1400 Mitarbeiter beschäftigt.
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