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30.05.2009
 

Einstieg

Was Magna und GAZ mit Opel vorhaben

Der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna will gemeinsam mit russischen Partnern bei Opel einsteigen. Die Grundzüge der Übernahme stehen - in den kommenden Wochen und Monaten müssen nun noch offene Punkte verhandelt werden. Ein Überblick.

Künftige Anteilstruktur: General Motors und die russische Sberbank sollen je 35 Prozent der Anteile an dem künftigen Unternehmen halten, das das europäische GM-Geschäft umfasst. 20 Prozent will sich Magna sichern und mit 10 Prozent sollen sich die Opel-Mitarbeiter beteiligen. Auch ein Einstieg der Händler ist laut Magna-Co-Chef Siegfried Wolf möglich. Sie könnten gemeinsam mit den Mitarbeitern Anteile halten.

Magna-Chef Frank Stronach: Einigung in letzter Minute
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AP

Magna-Chef Frank Stronach: Einigung in letzter Minute

Der russische Hersteller GAZ will hingegen von einer direkten Kapitalbeteiligung absehen und fungiert lediglich als industrieller Partner. GAZ wird von Basic Element kontrolliert, einer Holding des russischen Milliardärs Oleg Deripaska. Die staatlich kontrollierte Sberbank ist als größte russische Bank auch der wichtigste Kreditgeber des Landes.

Finanzierung: Das Konsortium benötigt für seinen Einstieg staatlich verbürgte Kredite über 4,5 Milliarden Euro. Davon sollen 1,5 Milliarden Euro je zur Hälfte von der Förderbank KfW und den vier Banken der Opel-Länder bereitgestellt werden. Davon wiederum werden bis zu 350 Millionen Euro als Soforthilfe benötigt, an der sich auch Magna beteiligen will. Zusätzlich wollen die Investoren um Magna - entsprechend ihrem künftigen Anteil - gemeinsam 500 bis 700 Millionen Euro aus eigener Tasche in Opel investieren. Davon soll zunächst aber nur ein Teil als Eigenkapital eingebracht werden, der überwiegende Teil als Wandelschuldverschreibung.

Arbeitsplätze: Das Konzept von Magna sieht den Abbau von rund 10.000 Stellen in Europa vor, wo GM bislang rund 55.000 Menschen beschäftigt. Etwa 2500 Jobs davon sollen in Deutschland wegfallen, davon die meisten im Werk Bochum.

Standorte: Die Investoren um Magna garantieren den Erhalt aller deutschen Opel-Werke. Dort sollen auch künftig nur Wagen der Marke Opel vom Band rollen, während in anderen GM-Fabriken in Europa auch andere Marken produziert werden sollen. Gefährdet sind die Werke in Antwerpen in Belgien und ein Standort in Großbritannien.

Unternehmensführung: An der Spitze des neuen Unternehmens soll nach Vorstellung von Magna der jetzige GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster stehen. Der Hauptsitz soll in Rüsselsheim bleiben.

Strategie: Das Konsortium um Magna will mit Opel vor allem den russischen Markt erobern. Hier erhofft sich Magna-Co-Chef Wolf kurzfristig einen Marktanteil von über 20 Prozent. Dabei zählt die Bietergemeinschaft insbesondere auf die Kompetenz des russischen Herstellers GAZ. Künftig will GAZ nördlich von Moskau Wagen mit Opel-Knowhow für den russischen Markt herstellen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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