Mittwoch, 8. Februar 2012, 16:14 Uhr

manager magazin



28.05.2009
 

Verdeckte PR-Maßnahmen

Bahn räumt Vorwürfe ein

Die Deutsche Bahn hat mit verdeckten Werbeaktionen versucht, das Image des Unternehmens aufzupolieren. So wurden allein im Jahr 2007 mehr als eine Million Euro ausgegeben, um die Öffentlichkeit mit bezahlten Beiträgen in Radioprogrammen und Internet-Foren zu manipulieren.

Hamburg - Aufgedeckt wurden die verdeckten Werbemaßnahmen vom PR-kritischen Verein Lobby Control. "Die Deutsche Bahn AG wurde am 19. Mai 2009 von Lobby Control auf angebliche Aktivitäten zur verdeckten Beeinflussung der Öffentlichkeit aufmerksam gemacht", schrieb die Pressestelle des Konzerns am Donnerstag. Am kommenden Tag habe Bahn-Chef Rüdiger Grube die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit der Prüfung der Vorwürfe beauftragt.

"Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab": Bahn-Chef Grube demonstriert den Neubeginn
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DPA

"Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab": Bahn-Chef Grube demonstriert den Neubeginn

Im Jahr 2007 seien für verdeckte PR-Maßnahmen knapp 1,3 Millionen Euro ausgegeben worden. Die davon bezahlten Radio- und Internetbeiträgen seien manipulativ gewesen, denn die Bahn war als Auftraggeber der Artikel und Meinungsäußerungen nicht erkennbar. Die Bahn bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL.

"Diese Form der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab. Solche Aktivitäten sind mit dem Grundsatz eines transparenten und redlichen Dialogs mit der Öffentlichkeit in keiner Weise vereinbar", schrieb Grube an die Medien. Er werde "umgehend im Unternehmen die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen".

Die Datenschutzaffäre hatte in der Bahn bereits zu einem umfangreichen Umbau im Management geführt. Der vormalige Daimler-Manager Grube löste Hartmut Mehdorn als Konzernchef ab, er trennte sich von mehreren Vorständen. In der vergangenen Woche hatte Grube dann sein neues Führungsteam präsentiert.

Am Donnerstag sagte Grube, er wolle den Börsengang des Unternehmens vorerst nicht vorantreiben. Dieser sei zwar das Ziel - jedoch erst, wenn die "Bedingungen dafür gut sind". Wenn die Bahn weiterhin investieren wolle, müsse sie auch in der Lage sein, zu verdienen. Die Bedingungen dafür seien gut, das Unternehmen habe etwa bei einem Rating sehr gut abgeschnitten.

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