Hamburg - Beim Stichwort "Treuhand" denken viele Deutsche an die Abwicklung Tausender DDR-Betriebe nach der deutschen Vereinigung. Kein schöner Gedanke, denn dabei gingen massenweise Arbeitsplätze verloren, und immer wieder erschütterten Betrugsfälle das Vertrauen in die Treuhandanstalt, die den Auftrag hatte, die VEBs in die Marktwirtschaft zu überführen.
Was bedeutet es da, wenn die Bundesregierung gerade in kräftezehrenden Verhandlungen versucht, eine Treuhandlösung für Opel zu organisieren? Wie würde eine Opel-Treuhand funktionieren? Gäbe es weiter neue Automodelle? Oder würde der Autohersteller damit abgewickelt? manager-magazin.de gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Wozu überhaupt eine Treuhandlösung?
"Eine Treuhandlösung gibt der Regierung Zeit, eine Lösung für Opel zu finden", erklärt der Wirtschaftsanwalt Wolf-Georg Freiherr von Rechenberg von der Berliner Kanzlei CMS Hasche Sigle. Für Opel tickt die Uhr, falls die Konzernmutter General Motors (GM)
- wie derzeit vermutet - zum 1. Juni in die Insolvenz nach amerikanischem Recht geht. Das wäre ein Problem für Opel, denn ein US-Insolvenzverwalter hätte Zugriff auf alle Vermögenswerte der europäischen GM-Töchter, um Forderungen der Gläubiger zu begleichen. Das weitere Schicksal auch der deutschen Fabriken wäre fraglich.
General Motors ist prinzipiell bereit, die europäischen Töchter noch vor der eigenen Insolvenz abzutrennen. Ideal wäre es, wenn schon ein Investor feststünde, der diese neue Einheit übernimmt. Doch die Verhandlungen darüber werden noch eine Weile andauern. Um nicht den Zeitpunkt für eine Abtrennung vor der GM-Insolvenz zu verpassen, schlägt die Bundesregierung einen Übergangsbesitzer für GM Europa vor - einen Treuhänder.
Wer könnte Treuhänder für Opel sein?
Im Gespräch sind die staatliche Förderbank KfW und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers. Beide haben bereits eine Schlüsselstellung bei den Krisenhilfen der Bundesregierung.
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