Von Dietmar Palan
Hamburg - Unter den zehn am besten bezahlten Konzernchefs Europas läuft nur noch ein deutscher Manager mit: Der Vorstandsvorsitzende von Porsche
, Wendelin Wiedeking, belegt mit einem Gehalt von 77,4 Millionen Euro den ersten Platz. Jürgen Großmann, die Nummer eins des Versorgers RWE
, liegt mit einem Jahreseinkommen von 9 Millionen auf Platz 13, Peter Löscher von Siemens
belegt mit einem Verdienst von 8,54 Millionen Euro Platz 14.
Dies ist das Ergebnis der großen manager-magazin-Untersuchung zur Entwicklung der Vorstandsgehälter, die in der am Freitag (29. Mai) erscheinenden Ausgabe veröffentlicht wird.
Insgesamt sind die Gehälter der Chefs der im Dax
und im europäischen Stoxx 50
vertretenen Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr deutlich gesunken, um rund 25 Prozent im Dax und um knapp 18 Prozent im Stoxx.
Im Schnitt verdiente der Vorstandschef eines Stoxx-Unternehmens rund 5,7 Millionen Euro (2007: rund 6,9 Millionen Euro), der Chef eines Dax-Unternehmens rund 3,6 Millionen Euro (2007: rund 4,85 Millionen Euro). Lediglich die Gehälter der Konzernchefs im MDax bleiben mit durchschnittlich 1,87 Millionen (2007: 1,99 Millionen Euro) einigermaßen stabil.
Alles in allem zahlten die im Stoxx 50 gelisteten Konzerne ihren Vorständen knapp 913 Millionen (2007: 1,2 Milliarden Euro), die Vorstände der im Dax gelisteten Unternehmen kamen auf eine Gesamtvergütung von gut 395 Millionen Euro (2007: 560 Millionen Euro), die Führungsgremien der im MDax
gelisteten Unternehmen auf 275 Millionen Euro (2007: 300 Millionen Euro).
Kern der Untersuchung, die manager magazin zusammen mit Professor Joachim Schwalbach von der Berliner Humboldt-Universität durchführt, ist die Frage, ob die Vergütung der Topmanager leistungsgerecht ist. Gemessen an der Börsenperformance und der Eigenkapitalrendite schnitten im Dax K&S-Chef Norbert Steiner, im Stoxx Patrick Cescau, der ehemalige Chef Unilever
, und im MDax der Chef der Deutschen Euroshop, Claus-Matthias Böge, gut ab.
Besonders groß ist die Lücke zwischen Gehalt und Leistung bei Siemens-Lenker Peter Löscher, der sowohl im Dax als auch im Stoxx den letzten Platz belegt, sowie beim inzwischen verabschiedeten Chef von Arcandor
, Thomas Middelhoff, der im MDax am schlechtesten abschnitt.
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