Autoindustriemanager magazin RSS  - Autoindustrie - Autoindustrie


27.05.2009
Twitter GooglePlus Facebook

Rettungsweg

"Insolvenz wäre das Beste für Opel"

Von Arvid Kaiser

4. Teil: "Die Richter erleben ein Schaulaufen der Insolvenzverwalter"

mm.de: Die Aktionäre bleiben dabei natürlich auf der Strecke. Nun ist GM aber auch noch in Konflikt mit ungesicherten Gläubigern getreten. Die sollten nach dem Plan der Regierung 10 Prozent der GM-Anteile für ihren Schuldenverzicht erhalten, der Pensionsfonds der Gewerkschaft mit niedrigeren, gleichrangigen Ansprüchen aber 20 Prozent.

Haarmeyer: Dass dieses Konzept bei den Gläubigern keine Zustimmung findet, war zu erwarten, aber wohl auch politisch beabsichtigt. Es war einfach notwendig, den Gläubigern ein Angebot zu machen, um dann den Weg frei für eine Sanierung unter Gläubigerschutz zu haben. Der Staat bezahlt die Rettung, also kann er auch entscheiden, wer das Geld bekommt.

mm.de: Politisch und moralisch ist das verständlich, aber was sagen Sie als Insolvenzrechtler dazu?

Haarmeyer: Das erleben wir bei uns doch sowieso flächendeckend. Die ungesicherten Gläubiger gehen regelmäßig leer aus, weil die Insolvenzmasse nicht für alle Ansprüche ausreicht. Selbst die erfolgreichen Insolvenzverwalter schaffen im Schnitt nur, 15 bis 20 Prozent an die ungesicherten Gläubiger auszuschütten.

mm.de: Die Insolvenzverwalter selber gehen nie leer aus. Wie groß ist denn der Unterschied zwischen guten und schlechten Verwaltern?

Haarmeyer: Der ist signifikant. Das liegt daran, dass es kein klares Zulassungsverfahren gibt. Ein Insolvenzverwalter kommt zu seinem Auftrag, indem er einen Insolvenzrichter findet, der ihn ernennt. Die Richter an den Insolvenzgerichten erleben ein großes Schaulaufen der Insolvenzverwalter, die von sich behaupten, dass sie super seien und man ihnen jedes Unternehmen anvertrauen könne.

mm.de: Und die Richter lassen sich so einfach breitschlagen?

Haarmeyer: Wie soll ein Richter, der keine Erfahrung im Personalmanagement hat und nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz jedem eine Chance geben soll, da handeln? Im Ergebnis wird jemand zum Treuhänder fremden Vermögens betreut und hat völlig freie Hand, ohne je seine Qualifikation nachzuweisen. Wir brauchen ein besseres Verfahren, und dazu wird auch bald ein Konzept vorliegen.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Nach Beinahepleite
Ford gehört wieder das eigene Logo
500-Millionen-Investition
BMW verdoppelt Kapazitäten in China
Entwicklungsallianz
Mazda und Fiat wollen Sportwagen bauen
Autovermieter
Sixt-Gewinn schrumpft um ein Fünftel

© manager magazin online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH





Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIO Contor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre Klinik Medführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apotheken imedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken