Von Arvid Kaiser
mm.de: Herr Professor Haarmeyer, Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat mit seiner Bemerkung zu einer möglichen Insolvenz von Opel heftigen Widerspruch geerntet. Wie stehen Sie dazu?
Hans Haarmeyer ist Juraprofessor an der Fachhochschule Koblenz und einer der führenden deutschen Insolvenzrechtler. Er war selbst Konkursrichter, ist Gründer der "Zeitschrift für das gesamte Insolvenzrecht" und Leitender Direktor des Deutschen Instituts für angewandtes Insolvenzrecht (DIAI). Mit dem Unternehmen Zertrate hat er ein Ranking für die Qualität von Insolvenzverwaltern entwickelt.
mm.de: Aber es widerspricht der Linie der Bundesregierung, einen privaten Investor als Opel-Retter zu suchen.
Haarmeyer: Wenn die Investoren alternativlos gehandelt werden, macht sich die Regierung erpressbar. Die Bieter merken schon, dass sich die Politik sehr weit aus dem Fenster gelehnt hat. Wenn Fiat-Chef Sergio Marchionne sein Konzept binnen Tagen um Milliardenbeträge korrigiert, fragt man sich doch, wie ernst das gemeint ist. Keines der vorgelegten Konzepte ist wirklich überzeugend. Das haben wir davon, dass die Politiker sich gern als Konzernretter aufspielen wollen. Dass das nicht gut ausgeht, konnten wir schon im Fall Holzmann beobachten.
mm.de: Bedeutet eine Insolvenz nicht das Ende für Opel?
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