Am Freitag hatte sich die Regierungsrunde zusammen mit den Ministerpräsidenten der vier Länder mit Opel-Standorten verständigt, vorrangig mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna
zu verhandeln. In dessen Konzept mit russischen Partnern war allerdings auf Widerstand gestoßen, dass der in Deutschland geplante Abbau von gut 2500 Stellen fast komplett das Werk in Bochum treffen soll. Dies sei auch bei der Kanzlerin auf Vorbehalte gestoßen, hieß es in Regierungskreisen.
Merkel und Guttenberg stehen unter starkem Druck aus den eigenen Reihen. Beim Wirtschaftsflügel von CDU und CSU werden die geplanten Milliardenbürgschaften kritisch gesehen. Zudem gibt es Vorbehalte gegen die starke Beteiligung der russischen Sberbank am Magna-Konsortium.
Das Kanzleramt hatte sich in den vergangenen Tagen stärker in die vom Wirtschaftsminister geführten Verhandlungen mit Investoren eingeschaltet. Das Ziel Merkels sei weiter, möglichst eine überzeugende Lösung mit einem Investor für Opel zu finden, die aber für den Staat keine unkalkulierbaren Risiken bedeute.
Vom Zulieferer Magna werden spätestens am Wochenanfang weitere Änderungen erwartet. "Es gibt Hinweise, dass Magna nachbessert", verlautete am Sonntag aus Kreisen der an den Verhandlungen Beteiligten. Im Gespräch sei, die Produktion des Opel Zafira auszuweiten und in Bochum möglicherweise das geplante neue Elektroauto Ampera anzusiedeln.
Fiat
hatte bereits am Samstag sein Angebot kurzfristig nachgebessert. Es sei detaillierter und konkreter geworden, sagte Guttenberg. Fiat-Chef Sergio Marchionne erklärte in "Bild am Sonntag", dass "im ungünstigsten Fall in Deutschland maximal 2000 Arbeitsplätze durch die Integration von Opel in ein schuldenfreies Gemeinschaftsunternehmen mit Fiat betroffen wären".
Opel-Betriebsratschef Klaus Franz warnte vor einen Unterbietungswettbewerb wie in einer Lotterie. Nötig seien belastbare Pläne, sagte er der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe).
Hessens Ministerpräsident Roland Koch, in dessen Land der Opel-Stammsitz Rüsselsheim liegt, erklärte, er könne im veränderten Fiat-Angebot keine substanzielle Verbesserung erkennen. Die Präferenz bleibe bei Magna.
manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa
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