Von Hermann Simon
Von der Deflation zur Inflation
Kurzfristig werden die unausgelasteten Angebotskapazitäten weiter auf die Preise drücken. Zudem reagierten die Verbraucher bisher auf die Krise mit einer Erhöhung der Sparquote.
"Momentan halten Banken, Unternehmen und Haushalte die zusätzliche Liquidität. Damit wirkt sie sich weder auf die Vermögens- noch die Verbraucherpreise aus", sagt die Sachverständige Beatrice Weder di Mauro. Ein amerikanischer Bekannter schrieb dem Verfasser: "Eine angenehme Folge der Krise ist, dass man in New York problemlos an preisgünstige Theaterkarten kommt. Zudem kosten 3-Gang-Menüs in den besten Restaurants nur noch 35 bis 40 Dollar." Langfristig steht jedoch außer Frage, dass wir eine starke Inflation erleben werden.
Das ist eine der wenigen Prognosen, die wir in diesem Buch machen und der wir uns sicher sind. Die ungeheure Geldvermehrung im Zuge der explodierenden Staatsverschuldung wird unweigerlich zu starker Geldentwertung führen. In den nächsten Jahren dürfte der Goldpreis ansteigen. Gold und reale Werte wie Immobilien könnten zu bevorzugten Anlageklassen werden, da sie einen Schutz gegen die Inflation bieten.
Es ist schwer vorstellbar, dass der Staat die Inflation nicht nutzen wird, um sich zu entschulden. Ob wir langfristig eine Währungsreform oder gar eine Rückkehr zum Goldstandard erleben werden, sei offen gelassen.
Hermann Simon gibt eine ungewohnte Diagnose der Krise und leitet daraus wirksame Therapien ab. Er zeigt auf, dass die üblichen Rezepte in der aktuellen Krise versagen. Und im Kapitel "Was kommt nach der Krise?" schaut er über die Krise hinaus.
Hermann Simon: "33 Sofortmaßnahmen gegen die Krise. Wege für Ihr Unternehmen"; Campus Verlag, Mai 2009, 203 Seiten, 24,90 Euro.
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Diese möglichen bzw. wahrscheinlichen Folgen der Krise stellen die Unternehmen vor neue Herausforderungen. In der Deflation ist es besser, geringe Schulden zu haben, in der Inflation gilt das Umgekehrte. Die Preispolitik erweist sich unter deflationären Bedingungen als schwierig. Die Balance zwischen dem Druck, Preissenkungen mitzumachen, sie aber gleichzeitig möglichst lange hinaus zu zögern, ist schwer zu finden. In der Inflation sollte man unseren Erfahrungen zu Folge als Unternehmen die Preise häufiger und eher über- als unterproportional erhöhen. Aus Projekten in Brasilien wissen wir, dass Verbraucher die Bezugssysteme für die Einordnung von Preisen in Zeiten hoher Inflation teilweise verlieren. Es bringt dann wenig, besonders günstige Angebote zu machen. Besser ist es, die Preise stärker als die Inflationsrate zu erhöhen und mehr Geld in die Werbung zu stecken.
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