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01.05.2009
 

Chrysler-Insolvenz

Gläubiger wollen Verkauf anfechten

Nach der Chrysler-Insolvenz wächst der Widerstand von Gläubigern gegen den geplanten Verkauf des US-Autobauers. Eine Gruppe von 20 Geldgebern kündigte Einspruch gegen die Veräußerung an die Regierungen der USA und Kanadas, an den italienischen Hersteller Fiat und die Gewerkschaften an.

New York/Washington/Mailand - Die Gläubiger wehrten sich gegen die Art, wie Chrysler die Erlöse aus dem Verkauf zu verteilen versuche, sagte ihr Anwalt Tom Lauria. Am Freitag, nur einen Tag nach dem Antrag auf Gläubigerschutz, wollte sich das Unternehmen aus Detroit vom Insolvenzgericht den weiteren Betrieb genehmigen lassen. Fiat kündigte nach dem Chrysler-Deal an, sich nun auf die deutsche GM-Tochter Opel zu konzentrieren.

Insolvent: Amerikas Autobauer Chrysler
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REUTERS

Insolvent: Amerikas Autobauer Chrysler

US-Präsident Barack Obama hatte auf Zugeständnisse der Kreditgeber gedrängt, um Arbeitsplätze bei Chrysler und bei Zulieferern zu retten. Binnen 30 bis 60 Tagen sollen nun die in einem neuen Unternehmen zusammengefassten Kernbereiche Chryslers verkauft werden. Der Plan für diese schnelle Veräußerung muss aber noch vom Insolvenzgericht genehmigt werden. Den Fall betreut mit Arthur Gonzales derselbe Richter, der auch die spektakulären Insolvenzen von Enron und Worldcom regelte.

Chrysler hatte auf eine schnelle Anhörung gedrängt und erklärt, der Plan sei die einzige Möglichkeit, um ein endgültiges Aus des Traditionskonzerns zu verhindern. Am Freitag war der Gerichtssaal vor Beginn der ersten Anhörung mit Anwälten und ihren Mannschaften völlig überfüllt. Chrysler wollte sich die weitere Auszahlung von Löhnen und das Geschäft mit Kunden und Händlern genehmigen lassen.

Der geplante Verkauf entspreche nicht dem Verfahren des Gläubigerschutzes nach "Chapter 11", sagte Lauria. "Kein Gericht hat jemals zuvor so etwas genehmigt." Er vertritt die dem Verkauf schon länger kritisch gegenüberstehenden Gläubiger, denen Chrysler rund eine Milliarde Dollar schuldet. Lauria betonte, es handele sich nicht um Widerstand gegen eine Rettung Chryslers. Aber der Konzern habe auch seinen Investoren gegenüber Verpflichtungen. Lauria vertritt eine Gruppe von 20 Fonds, in die ihrerseits unter anderem Pensionsfunds und Hochschulstiftungen investieren.

Lauria deutete an, dass sich seine Mandanten übergangen fühlten. Schließlich hätten sie hochrangige Chrysler-Anleihen, die eigentlich als erstes ausgezahlt werden müssten. Nun erhielten aber die Geldgeber mit niedrigerem Status Geld auf Kosten seiner Mandanten.

Die Regierung in Washington geht unterdessen Kreisen zufolge davon aus, nur einen kleinen Teil ihres im Dezember erteilten Kredits von vier Milliarden Dollar zurückzubekommen. Die US-Regierung gehöre zu jenen, die Zugeständnisse machten, sagte ein Regierungsvertreter.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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