Frankfurt am Main - Mehrere führende Notenbanken stellen der US-Finanzindustrie bei Bedarf zusätzliche Liquidität in ausländischen Währungen zur Verfügung. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte, wurden entsprechende Abkommen über so genannte Devisenswaps zwischen ihr, der US-Notenbank, der Bank von Japan (BoJ) und den Notenbanken der Schweiz (SNB) und Großbritanniens (BoE) unterzeichnet.
Die EZB stellt der US-Notenbank demnach bis zu 80 Milliarden Euro zur Verfügung, die sie notfalls an US-Banken weiterreichen kann. Die Laufzeit des Geschäfts ist begrenzt bis Ende Oktober. Von der Bank von England erhält die US-Notenbank einen Rahmen von bis zu 30 Milliarden Pfund, von der Schweizerischen Nationalbank von bis zu 40 Milliarden Franken und aus Japan bis zu zehn Billionen Yen.
Unter einem Devisenswap versteht man ein Währungsgeschäft, bei dem eine Währung in eine andere Währung umgetauscht wird, um kurzfristige Engpässe in einer der beiden Währungen zu beheben.
Im Verlauf der Finanzkrise haben mehrere Zentralbanken bereits solche Geschäfte abgeschlossen. So versorgen beispielsweise die US-Zentralbanker und die EZB kleinere Notenbanken mit Dollar- beziehungsweise Euroliquidität. Die amerikanische Zentralbank stellt außerdem seit Monaten einer ganzen Reihe von Ländern per Devisenswap Dollars zur Verfügung.
Die Zusammenarbeit der Notenbanken bei der Versorgung mit Liquidität in jeweils fremder Währung begann mit Swapabkommen zwischen der Amerikanischen, der Europäischen und der Schweizer Notenbank im Dezember 2007. Die US-Notenbanker schlossen dann während der heftigen Marktturbulenzen nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers
im September weitere Arrangements mit den Notenbanken Kanadas, Japans und Großbritanniens.
Außerdem bestehen mehrere Swap-Linien zwischen der Europäischen und Amerikanischen Zentralbanken sowie kleineren Notenbanken in aller Welt, im Falle der EZB vor allem in Osteuropa. Wie bereits bei früheren Devisenabkommen ging die Initiative auch dieses Mal von der US-Notenbank aus.
manager-magazin.de mit Material von dow jones und reuters
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