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02.04.2009
 

G20-Splitter

Obama erhebt London zum Wendepunkt

Die Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrienationen haben einen Billionenzuschuss für den Internationalen Währungsfonds verabredet. Hedgefonds werden reguliert, große Banken international überwacht. Steueroasen sollen trockengelegt werden. manager-magazin.de zeigt die Ergebnisse des Londoner Gipfels.

22 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, die Entwicklungshilfen seines Landes für die ärmsten Regionen der Welt zu verdoppeln. Er werde sich in den kommenden Tagen mit dem Kongress beraten, um eine Soforthilfe in Höhe von 448 Millionen Dollar (333 Millionen Euro) für die bedürftigsten Menschen etwa in Afrika oder Lateinamerika bereitzustellen, sagte Obama am Donnerstagabend in London. Langfristiges Ziel der USA sei aber, die Hilfen für landwirtschaftliche Entwicklung auf mehr als eine Milliarde Dollar zu verdoppeln. Die armen Länder seien beim Gipfel der G-20-Gruppe nicht vergessen worden, sagte Obama.

Merkel im Kollegenkreis: "Fast historischer Kompromiss"
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REUTERS

Merkel im Kollegenkreis: "Fast historischer Kompromiss"

21 Uhr: Wie von den G20 gefordert, legt die OECD eine Schwarze Liste der unkooperativen Steueroasen vor. Darauf finden sich ganze vier Länder, und keines der üblichen Verdächtigen: Costa Rica, Malaysia, die Philippinen und Uruguay.

20 Uhr: Der Londoner Gipfel wird nach Auffassung von US-Präsident Barack Obama den Wendepunkt im Kampf gegen die weltweite Wirtschaftskrise markieren. "Nach Wochen der Vorbereitung haben wir uns auf eine Reihe von noch nie dagewesenen Maßnahmen verständigt, um Wachstum wiederherzustellen und zu verhindern, dass so eine Krise noch einmal ausbrechen wird", sagte Obama nach Abschluss des Gipfels am Donnerstag. "Wir haben auch dem Protektionismus, der diese Krise hätte vertiefen können, eine Absage erteilt", fügte er hinzu. Obama sprach von einer guten Grundlage. Die G20 würden aber noch weitere Schritte unternehmen, bis die Krise gerichtet sei.

18.10 Uhr: Das Forum für Finanzstabilität (Financial Stability Forum, FSF), ein Gremium aus Notenbanken, Aufsichtsbehörden und Finanzministerien der G7-Staaten, teilt mit, sich nach Beschluss der G20 in eine Behörde für Finanzstabilität (Financial Stability Board) umgewandelt zu haben.

17.15 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel bewertet die Ergebnisse des Gipfels als "fast historischen Kompromiss".

17.10 Uhr: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy erklärt die Beschlüsse zum Kampf gegen Steueroasen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werde eine Liste der Steueroasen veröffentlichen. Die G20 haben sich auf Sanktionen verständigt. Die Beschlüsse bedeuteten das Ende des Bankgeheimnisses, so Sarkozy.

Große internationale Banken bekommen ein neues Aufsichtskomitee vorgesetzt. Die Bilanzierungsregeln würden überarbeitet, erklärt Sarkozy.

17 Uhr: Großbritanniens Premierminister Gordon Brown tritt vor die Presse. Er verkündet die Ergebnisse des Gipfeltreffens:

  • ein neuer Rat für Finanzstabilität wird geschaffen;
  • Hedgefonds werden in Zukunft staatlich reguliert;
  • Komplexe Wertpapiere werden mit einem neuen globalen Ansatz bewertet;
  • Staatliche Konjunkturprogramme bis 2010 summieren sich auf fünf Billionen Dollar;
  • die G20 stocken den Zuschuss für den Internationalen Währungsfonds (IWF) auf eine Billion Dollar auf;
  • die Weltbank bekommt 100 Milliarden Dollar, um Entwicklungsländer zu unterstützen;
  • für den Welthandel wird ein Hilfsprogramm von 250 Milliarden Dollar aufgelegt;
  • der IWF soll Vorschläge für einen Verkauf von Goldreserven machen, um sein Budget zu erhöhen;
  • Ratingagenturen werden der Regulierung unterworfen;
  • Steueroasen, die nicht kooperieren, werden trockengelegt;
  • den Banken werden neue Regeln für Bonus-Zahlungen verordnet.

Noch keine Detailvorschläge gebe es zu einer neuen Reservewährung, die den US-Dollar ablösen könnte.

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