Donnerstag, 9. Februar 2012, 23:53 Uhr

manager magazin



29.03.2009
 

Hypo Real Estate

100 Milliarden Euro reichen nicht

Der Bund steigt mit knapp neun Prozent bei der HRE ein und will sich bald die Mehrheit sichern. Für die taumelnde Bank belaufen sich die Finanzhilfen bislang auf mehr als 100 Milliarden Euro Steuergeld - und ein Ende ist nicht in Sicht. Ein Überblick.

Kreditlinien: 50 Milliarden Euro

Das Geld kommt von anderen Banken, Versicherungen und der Bundesbank. Damit wurde die HRE, die durch akute Liquiditätsnöte ihrer irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa in Bedrängnis kam, Ende September und Anfang Oktober gleich zwei Mal vor dem Zusammenbruch bewahrt. Zunächst ging es um 35 Milliarden Euro, eine Woche später mussten die Darlehen um 15 Milliarden aufgestockt werden. Die Kreditlinie läuft bis Ende 2009 und ist teilweise mit einer Garantie des Bundes versehen.

Überbrückungsgarantien: 15 Milliarden Euro

Weil die Verhandlungen über die Ausgestaltung der 50-Milliarden-Hilfe sich hinzogen und die Kredite letztlich erst Mitte November zur Verfügung standen, erhielt die Bank zur Überbrückung Ende Oktober eine Sonderliquiditätshilfe in Höhe von 15 Milliarden Euro. Diese ist mittlerweile ausgelaufen.

Liquiditätsgarantien: 52 Milliarden Euro

Um den Kapitalmarkt anzapfen zu können, haben die Münchner zudem aus dem Banken-Rettungsfonds der Bundesregierung (SoFFin) Bürgschaften erhalten: 20 Milliarden Euro im November; im Dezember dann weitere zehn Milliarden. Mitte Januar wurde der Rahmen um zwölf Milliarden Euro aufgestockt, einen Monat später kamen noch einmal zehn Milliarden Euro hinzu.

Eigenkapital: noch keine endgültige Entscheidung

Finanz- und Parlamentskreisen zufolge braucht die HRE mindestens zehn Milliarden Euro - durch Kapitalerhöhungen oder stille Einlagen. Mit einer solchen Maßnahme würde der Staat zwangsläufig Mehrheitseigentümer. Zudem wird über langfristig laufende Garantien für Schuldtitel verhandelt. In einem ersten Schritt sichert sich der Bund 8,7 Prozent der HRE-Aktien und zahlt dafür 60 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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