19.03.2009
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Zentralbanken

Geld drucken, bis der Aufschwung kommt

Von Arvid Kaiser

3. Teil: Fed kauft "alles außer Ketchup"

Zu den neuen Aktiva der Zentralbank zählen Anteile an Not leidenden Finanzkonzernen wie AIG Chart zeigen, Fannie Mae Chart zeigen oder Freddie Mac Chart zeigen ebenso wie deren Anleihen, inzwischen auch Schuldverschreibungen von Unternehmen (Commercial Papers) und demnächst verschiedene forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset-Backed Securities), die neben Ansprüchen aus Immobilienhypotheken auch solche aus Auto-, Studenten- oder sonstigen Konsumentenkrediten enthalten können. Die Fed kauft den Banken ihre Sorgen ab, um sie zur Kreditvergabe zu ermuntern.

Immobilienkrise: Die Fed greift direkt auf dem gestörten Kreditmarkt ein - und indirekt über den Kauf von Staatsanleihen
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Getty Images

Immobilienkrise: Die Fed greift direkt auf dem gestörten Kreditmarkt ein - und indirekt über den Kauf von Staatsanleihen

Dieses bereits im November beschlossene, aber erst jetzt anlaufende Billionen-Dollar-Programm namens Term Asset-Backed Securities Loan Facility (TALF) wurde nun noch deutlich ausgeweitet. Die Fed kaufe "alles außer Ketchup", lästert Bernd Weidensteiner von der Commerzbank.

Mehr noch als diese Hilfsaktionen für gestörte Kreditmärkte war der Kauf der langfristigen Staatsanleihen in der Fed umstritten, Bernanke hatte sich bis zuletzt skeptisch gezeigt. Denn die Treasury Bonds leiden nicht gerade an mangelnder Nachfrage. Seit Beginn der Krise flüchten die Anleger in diesen vermeintlich sicheren Hafen und haben die Rendite kurzfristiger Staatsanleihen - traditionell das wichtigste Investment der Fed - zeitweise bis auf null gedrückt. Von hohen Risikoprämien wie bei vielen Unternehmensanleihen oder im Interbankenhandel fehlt hier jede Spur.

Die Maßnahme, die offiziell "die Bedingungen am privaten Kreditmarkt verbessern" soll, ist nur indirekt zu verstehen: Sie soll den Kauf von Staatsanleihen für Investoren noch unattraktiver machen und sie so in andere Märkte vertreiben, um auch dort das Zinsniveau nach unten zu drücken. Möglicherweise hat Bernanke überzeugt, dass die Bank von England mit dem gleichen Schritt bereits etwas Erfolg erzielt hat. "Dabei könnte auch eine Rolle spielen, dass die übrigen unkonventionellen Maßnahmen zur Stimulierung der Kreditvergabe mehr Zeit erfordern als ursprünglich angenommen", vermutet Kristian Tödtmann von der Dekabank.

Die Kombination aus Nullzinspolitik und Ausweitung der Geldmenge ist längst nicht mehr die Spezialität der Federal Reserve. Die Bank von England, die Bank von Japan und die Schweizerische Nationalbank tun es ihr gleich und werfen munter neue Pfund, Yen und Franken auf den Markt. Nur eine große Institution fehlt noch im Klub der Inflationisten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) konnte sich bislang nur zu einer Zinssenkung auf 1,5 Prozent durchringen, und auch das nur unter lautem Murren der "Falken" im Haus. "Die Fed hat das Staffelholz jetzt an die EZB weiter gegeben. Nun stellt sich die Frage, wann die lossprintet", so Eugen Keller, Analyst beim Bankhaus Metzler.

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