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19.03.2009
 

Zentralbanken

Geld drucken, bis der Aufschwung kommt

Von Arvid Kaiser

Die Fed hat ihr altes Pulver mit den Zinssenkungen auf null verschossen. Den Knall braucht sie aber weiter. Mit Billioneneinsatz erfindet die amerikanische Notenbank die Geldpolitik neu. Sie will um jeden Preis eine Deflation verhindern. Doch ob sie viel dazu beitragen kann, ist fraglich.

Hamburg - Es ist ein Ritual, das an absurdes Theater erinnert. "Warten auf Bernanke" titeln Presseagenturen, Nachrichtensender und Wirtschaftsseiten (auch manager-magazin.de) regelmäßig, wenn sich der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserve unter seinem Vorsitzenden Ben Bernanke trifft. Anders als Godot pflegt Bernanke allmonatlich zu erscheinen. Und dann gibt es auch immer einen Zinsentscheid. Enttäuschung oder Erleichterung lässt sich danach an den Kursen der Aktien und Anleihen ebenso wie an den Mienen auf dem Börsenparkett ablesen.

Herren der Moneten: Die Zentralbankchefs aus London (Mervyn King), Washington (Ben Bernanke) und Frankfurt (Jean-Claude Trichet, v. l.)
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[M] REUTERS; mm.de

Herren der Moneten: Die Zentralbankchefs aus London (Mervyn King), Washington (Ben Bernanke) und Frankfurt (Jean-Claude Trichet, v. l.)

Absurd ist das Schauspiel seit dem 16. Dezember 2008, als die Fed ihren Leitzins auf null senkte. "Mit dieser Aktion hat die Fed ihr konventionelles Pulver aufgebraucht", heißt es in einem Kommentar von Goldman Sachs Chart zeigen. Tiefer als null können die Zinsen nicht sinken. Die Zentralbank könnte zwar den Geschäftsbanken beim Ausleihen noch Zinsen drauflegen - doch die würden das geschenkte Geld bloß horten.

Bernanke hat klar gemacht, dass er die Nullzinspolitik über lange Zeit durchhalten will, so lange bis der Aufschwung da ist. In dieser Situation müsste eine Sitzung, die als "Zinsentscheid" im Kalender steht, eigentlich ein Nicht-Ereignis darstellen. Null bleibt null, was soll da schon passieren?

Trotzdem löste das Treffen vom Mittwochabend wieder die alten Reflexe aus: Aktienkurse, Goldpreis Chart zeigen und Euro-Wechselkurs Chart zeigen schießen in die Höhe, Anleihenrenditen brechen ein. Analysten feiern einen "historischen" Schritt, gar vom "Rambo-Bernanke" ist die Rede. Grund ist die "unkonventionelle Lockerung", die Bernanke nun betreibt. Die Fed wirft beträchtliche Summen auf den Markt:

  • bis zu 1,25 Billionen Dollar (bisher geplant: 500 Milliarden) für Hypotheken der unter Obhut der Fed stehenden Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac
  • bis zu 200 Milliarden Dollar (bisher geplant: 100 Milliarden) für Anleihen von Fannie und Freddie
  • bis zu 300 Milliarden Dollar für langlaufende Staatsanleihen, die noch nicht auf der Kaufliste der Fed standen

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