München - Die wirtschaftliche Lage habe sich seither noch einmal deutlich verschlechtert, erklärte HVB-Chef Theodor Weimer am Freitag. Vorsorglich habe man noch einen "Puffer" von weiteren 250 Stellen identifiziert, so Weimer weiter. "Es bleibt jedoch bei dem, was wir angekündigt haben: wir wollen 2500 Stellen bis zum Jahr 2010 abbauen." Bisher hatte die HypoVereinsbank (HVB) von 2000 bis 2500 Arbeitsplätzen gesprochen, die zur Disposition stünden, die endgültige Zahl war aber noch nicht genannt worden.
Das laufende Jahr werde durch eine tiefe Rezession mit entsprechenden Belastungen für die Bankenindustrie geprägt sein. "Deshalb handeln wir rechtzeitig, um unsere Profitabilität dauerhaft zu verbessern und so die Arbeitsplätze für unsere verbleibenden rund 20.000 Mitarbeiter auch künftig zu sichern".
Bei den Einschnitten, die bis 2010 umgesetzt werden sollen, will die Bank möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. Eine Garantie dafür will HVB-Personalvorstand Heinz Laber zwar nicht abgeben. Man gehe aber aus jetziger Sicht davon aus, auf Kündigungen verzichten zu können, sagte Laber. Generell sollten die Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden. Dazu werde man mit den Arbeitnehmervertretern zügig Verhandlungen aufnehmen.
Die Unicredit hatte bei der Vorstellung ihrer Drei-Jahres-Planung im Juni 2008 den Abbau von insgesamt 9000 Stellen in Westeuropa angekündigt und die Einschnitte mit dem sich abschwächenden Wachstum in Westeuropa begründet. Angesichts der Verschärfung der Finanzkrise legten die Italiener außerdem ein Restrukturierungsprogramm für den Bereich Markets & Investment Banking auf.
Gesamtbelastung im zweistelligen Millionenbereich
Basis für den Stellenabbau ist der Personalstand der HVB vom Jahresende 2007. Damals hatte die Bank, die 2005 von Unicredit übernommen worden war, 23.244 Arbeitsplätze. Seither seien von dem angestrebten Personalabbau bereits über 1000 Stellen realisiert worden, hieß es.
Auch bei den noch ausstehenden Stellenstreichungen will die HVB die natürliche Fluktuation nutzen, die im vergangenen Jahr bei 8 Prozent gelegen habe. Außerdem werde ein Vorruhestandsprogramm für ältere Mitarbeiter ausgeweitet auf die Altersgruppe bereits ab 56 Jahren. "Wichtig ist uns dabei der offene und konstruktive Dialog mit unseren Mitarbeitern", erklärte Laber. Ein Einsparvolumen oder die Höhe der Belastungen durch die Einschnitte, vor allem durch Abfindungszahlungen, bezifferte er nicht. Aus dem Umfeld der Bank hieß es,die Gesamtbelastung liege im zweistelligen Millionenbereich.
Anteilig am stärksten von den Maßnahmen betroffen ist das Investmentbanking, aber auch das Privatkundengeschäft der HVB, wo 1200 der insgesamt 8000 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Allerdings geht es hier nach Angaben der Bank ausschließlich um Mitarbeiter in sogenannten unterstützenden Funktionen außerhalb der Kundenberatung. Den Anteil der Berater will die Bank dagegen erhöhen, so dass das Filialnetz mit deutschlandweit rund 640 Standorten weitgehend unverändert bleiben solle. Im Investmentbanking und im Bereich Gebäudemanagement/IT stehen jeweils 400 Stellen zur Disposition, weitere Beschäftigte sind in zentralen Einheiten, im Firmenkundengeschäft und im sogenannten Wealth Management für vermögende Kunden betroffen.
manager-magazin.de mit Material von dpa
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