Nun rechnen Branchenexperten mit weitreichenden Folgen für den Markt. "Langfristig kommt es zu einer Konzentration", sagt Analyst Schwope. Roland Berger rechnet mit 100.000 wegfallenden Jobs in der deutschen Zulieferbranche.
Zunächst werden voraussichtlich vor allem Firmen verschwinden, denen Finanzinvestoren hohe Schulden aufgebürdet haben. Danach erwischt es auch eigentlich solide wirtschaftende Unternehmen, die besonders stark unter dem Abwärtszyklus leiden. Das sind beispielsweise Firmen, die in hohem Maße Lkw-Herstellern zuliefern. Deren Absatz ist um bis zu 70 Prozent eingebrochen.
Besser stehen auf einmal Betriebe da, die mehrgleisig fahren und sich wie etwa Knorr-Bremse außer im Lkw-Markt auch bei Schienenfahrzeugen engagieren. Die, die schließlich übrig bleiben, teilen den verbleibenden Markt unter sich auf. "Das führt zu steigenden Preisen", erwartet Schwope. Er geht auch davon aus, dass neue Zulieferkonzerne in Asien entstehen. "Diese Krise könnte der Startschuss für chinesische Firmen werden."
Doch mittelfristig könnte die Krise auch positive Auswirkungen haben. Die Konsolidierung werde "die Position der Zulieferer gegenüber den Herstellern wieder verbessern", erwartet Berater Berret.
Großzügige Hilfspakete des Staates gelten Experten zwar als möglicher Hoffnungsschimmer in einer ausweglos erscheinenden Lage. Doch Geldspritzen wie die Abwrackprämie stärken den Umsatz der Zulieferer nur um geschätzte 3 Prozent. Und üppige Schutzschirme dürften kaum populär und damit durchsetzbar sein. "Es wird schwierig zu vermitteln, dass die Verluste dort sozialisiert werden sollen, wo Finanzinvestoren zuvor Gewinne gemacht haben", sagt Berret.
Zumal die Gewinne der Finanzinvestoren teilweise kaum unter einer einzelnen Pleite wie bei Edscha leiden. Das Unternehmen könne man wohl abschreiben, heißt es im Umfeld des Private-Equity-Hauses Carlyle. Der betroffene Fonds entwickele sich indes trotzdem prächtig. "Die Investoren bekommen ihren Einsatz vermutlich zweifach zurück."
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