3. Teil: "Wie lange geht das politisch gut?"
mm.de: Auch dann, wenn die Konsumenten mit zusätzlichem Geld asiatische Elektronikprodukte kaufen?
Flassbeck: Was Sie ansprechen, ist eines der schlimmsten Vorurteile der ganzen Debatte. Es ist bezeichnend, dass es von denen kommt, die immer dann von der Globalisierung sprechen, wenn es um Standortkonkurrenz geht. Die Wirtschaftskrise, die wir erleben, ist aber auch global, und fast alle großen Industriestaaten beteiligen sich mit Konjunkturprogrammen an ihrer Bekämpfung.
Deutschland kann nicht so tun, als habe es damit nichts zu schaffen. Im Gegenteil, die Bundesrepublik ist das Exportland Nummer eins, mit einem Rekordexportüberschuss von gut 196 Milliarden Euro im Jahr 2007. Von den Konjunkturprogrammen der anderen profitiert die Bundesrepublik damit am meisten. Wenn ausgerechnet Deutschland nicht mitzieht - wie lange, glauben Sie, geht das politisch gut?
mm.de: Hauptsache, der Rubel rollt?
mm.de: Das 3-Prozent-Verschuldungskriterium aus dem Maastricht-Vertrag muss uns also nicht weiter kümmern?
Flassbeck: Wer in dieser Situation auf eine solche Verschuldungsgrenze pocht, hat den Ernst der Lage nicht begriffen. Dass Koalitionspolitiker jetzt eine neue Schuldenbremse ins Grundgesetz schreiben wollen, ist einfach lächerlich. Damit berauben sie die Politik ihrer Gestaltungsspielräume, und zwar langfristig.
Müllers Welt: Die neuen Treiber der Inflation
Sind Sie Marken-
Testen Sie, wie gut Sie sich in der Welt von Nivea, Maggi & Co. auskennen.
Ab durch die Mitte
Familien, Firmen und Finanzen - das Spezial für den Mittelstand.
Mobiles Wirtschaftsangebot: Verpassen Sie auch unterwegs keine Nachrichten und Börsenkurse.
Strategie: So haben grüne Geschäftsmodelle Erfolg
| Service | ||
|---|---|---|
Depot |
||