Washington/Hamburg - Rund 250 Milliarden Dollar stellt die US-Regierung in diesen Tagen bereit, um die angeschlagene heimische Finanzindustrie mit frischem Kapital zu stützen. Doch die Institute nutzen die Hilfe nicht nur zur Stabilisierung der Bilanzen - einen großen Teil wollen die Banken offenbar auch an ihre Aktionäre ausschütten, die damit von den Steuergeldern profitieren würden.
Die 33 Banken, die das Rettungspaket abrufen, planen allein in diesem Quartal Dividendenzahlungen in Höhe von rund sieben Milliarden Dollar, berichtet die "Washington Post".
So wird zum Beispiel die Bank of New York Mellon mit Hilfsgeldern in Höhe von drei Milliarden Dollar gestützt. Dennoch will das Institut seinen Aktionären 275 Millionen Dollar auszahlen. In den kommenden drei Jahren könnten sich die Dividenden bei dem Geldkonzern auf 3,3 Milliarden Dollar summieren.
Zwar haben andere Banken angekündigt, die Ausschüttung an die Anteilseigner zu reduzieren. Dennoch sorgt die Praxis für Irritation. "Das Programm sollte den Kapitalfluss in die gesamte Wirtschaft ankurbeln. Wenn das Geld an die Aktionäre geht, wird der Sinn verfälscht", sagt US-Senator Charles Schumer.
Anreiz für frisches Geld von Aktionären
Das US-Finanzministerium verteidigt die Dividenden. Hätte die Regierung die Ausschüttungen untersagt, hätte das die Banken davon abgehalten, dem Programm beizutreten, heißt es zur Begründung. Laut Analysten hätten die Banken Probleme bekommen, frisches Kapital von neuen Aktionären aufzunehmen, wenn die Dividenden gestrichen worden wären.
Von den Zahlungen profitieren jetzt auch vermögende institutionelle Aktionäre. So hält der milliardenschwere US-Investor Warren Buffett Anteile an der US-Bank Wells Fargo. Der saudische Prinz Alwaleed Bin Talal ist Anteilseigner bei der Citigroup.
Das US-Finanzministerium hat einem Pressebericht zufolge bereits für 125 Milliarden US-Dollar Anteile von neun Großbanken gekauft. Die größten Einzelbeträge gingen mit je 25 Milliarden Dollar an die Geldhäuser Wells Fargo, Citigroup
und JP Morgan Chase, berichtet das "Wall Street Journal". Die Bank of America
habe 15 Milliarden Dollar erhalten, hieß es weiter. Jeweils zehn Milliarden Dollar gingen an Goldman Sachs
, Morgan Stanley
sowie Merrill Lynch
, hieß es weiter.
Im Gegensatz zu den USA dürfen deutsche Banken keine Dividenden zahlen, wenn sie das Rettungspaket der Bundesregierung in vollem Umfang in Anspruch nehmen. Bei einer Rekapitalisierung mit Bundeshilfe sind Ausschüttungen ebenso untersagt, wie bei der Übernahme von Risikopapieren aus den Bilanzen der Banken durch den Staat.
manager-magazin.de mit Material von dpa-AFX
Liebe Foristen, bitte diskutieren Sie ab sofort die Probleme und Änderungen des globalen Finanzsystems in folgendem Forum: "Was sind die Lehren aus dem großen Finanzcrash?". Die URL lautet: [...] mehr...
typisch oberlehrer der typ halt.aber warum ignorieren sie ihn nicht einfach.paolo C wurde auch immer angegrifen obwohl seine beiträge einfach genial waren. brauchen wir die "medien " überhaupt noch? Die internationale [...] mehr...
Ja, stimmt. Meine Freunde nennen mich schon lange Jeanne d'Allemagne. Im Ernst: Wenn Leute sich ueber den Zustand der Welt Gedanken machen und auch darueber, was sie tun koennten, dann sind das in Ihren Augen irgendwelche [...] mehr...
Vielleicht wurde ich da missverstanden; ich habe nie gesagt, dass wir die Finanzkrise noch aufhalten koennen. Meiner Meinung nach ist die sogar noetig, die meisten von uns lernen eben leider nur, wenn's weh tut. So etwas hatte [...] mehr...
Tja, was wollen Sie den anderes Machen? Bis heute wurden Leerverkäufe in D. an der Börse nicht verboten - obwohl schon mehrmals seit Beginn der Krise offensichtlich wurde das welche Zerstörerische Wirkung sie auf den Aktien [...] mehr...
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