Von Henrik Müller
Bretton Woods II funktionierte, solange diese Volkswirtschaften relativ klein waren. Inzwischen sind sie aber zu solcher Größe heran gewachsen, dass sie die Welt mit Liquidität fluten und zu extremen Preisverzerrungen beitragen.
Also, brauchen wir ein Bretton Woods III? Und wenn ja: Wie könnte das aussehen?
Auch die Geldpolitik müssen die nationalen, beziehungsweise im europäischen Fall, supranationalen Notenbanken gemäß der jeweiligen Erfordernisse betreiben.
Was die Eigenkapitalanforderungen und Bilanzierungsrichtlinien angeht, braucht man internationale Standards. Die gibt es bereits: "Basel II". Dieses Regelwerk kann und muss man neu kalibrieren, also strikter auslegen. Man kann es auch um eine antizyklische Komponente erweitern, die von den Notenbanken eingestellt wird.
Also: Gebraucht wird eine intensivere Kooperation der Aufsichtsbehörden und Notenbanken. Auch eine Art internationale Aufsicht der nationalen Aufseher, um Risiken zu erkennen und Wettbewerbsverzerrungen auszuschließen, wäre wünschenswert.
Vor allem bedarf es einer Aufsicht der Wechselkurspolitiken. Fixkurs-Strategien, wie sie China betreibt, wirken langfristig destabilisierend. Ein solcher Kurs sollte international geahndet werden; falls die beteiligten Staaten mit Argumenten nicht zu überzeugen sind, sollten auch Sanktionen möglich sein.
Beides sind Aufgaben – Aufseher der Aufseher und Wechselkurs-Aufsicht –, für die der Internationale Währungsfonds prädestiniert ist.
Und wenn die Weltgemeinschaft dann noch etwas Gutes tun will, sollte sie die WTO reformieren. Das Einstimmigkeitsprinzip, das die Institution lähmt, muss weg – sonst wird die offene Welthandelsordnung nicht aufrecht zu erhalten sein.
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