Von Henrik Müller
Dies sind Zeiten für ganz große Pläne. Wenn die Finanzkrise erst eingedämmt ist – und das wird hoffentlich in ein paar Wochen der Fall sein –, werden sich die Regierungen der Welt daran machen, eine neue Weltordnung zu kreieren.
Ende November soll es einen großen Weltfinanzgipfel geben. Dann soll die Welt neu zugeschnitten werden, wie man hört. Von Gordon Brown über Angela Merkel bis zu Nicolas Sarkozy – die Europäer sind dafür. Die Amerikaner wollen mitmachen. Es soll ein historisches Treffen werden, so wie damals in Bretton Woods, jenem Skiort in den Bergen New Hamshires, wo 1944 das Weltwirtschaftssystem der Nachkriegszeit verabschiedet wurde. Ein "Bretton Woods II".
Moment!
Das klingt zwar alles einleuchtend, denn schließlich durchleben und –leiden wir eine epochale ökonomische Krise. Aber die Frage bleibt offen: Was soll das? Wieviel und welche Zusammenarbeit kann man realistischer Weise für die Zukunft erwarten?
Ich will hier drei Punkte machen:
Aber eins nach dem anderen.
Das ursprüngliche System von Bretton Woods war der sogenannte Gold-Dollar-Standard. Der US-Dollar war ans Gold gebunden, die übrigen westlichen Währungen mit festen, aber anpassungsfähigen Kursen an den Dollar.
Klingt alles ziemlich geordnet. Die Wechselkurse wären fest und verlässlich. Es gab eine internationale Instanz, den Internationalen Währungsfonds (IWF), der das System überwachte und steuerte.
Allerdings: Das System funktionierte nur unter einer Reihe von Bedingungen, die heute nicht mehr gelten.
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