Donnerstag, 9. Februar 2012, 20:48 Uhr

manager magazin



27.10.2008
 

Müllers Welt

Wir brauchen ein Bretton Woods III

Von Henrik Müller

Die Regierungen der westlichen Länder überbieten sich gegenwärtig darin, Forderungen nach einer neuen Weltordnung zu formulieren. Einige sehnen das Bretton-Woods-System der Nachkriegszeit herbei. Unfug. Was kann man realistischer von der internationalen Kooperation erwarten? Diskutieren Sie mit!

Dies sind Zeiten für ganz große Pläne. Wenn die Finanzkrise erst eingedämmt ist – und das wird hoffentlich in ein paar Wochen der Fall sein –, werden sich die Regierungen der Welt daran machen, eine neue Weltordnung zu kreieren.

Wirtschaftstreffen in den Bergen: 1944 beschlossen Politiker aus 44 Staaten das Weltwirtschaftssystem der Nachkriegszeit
Zur Großansicht
Getty Images

Wirtschaftstreffen in den Bergen: 1944 beschlossen Politiker aus 44 Staaten das Weltwirtschaftssystem der Nachkriegszeit

Ende November soll es einen großen Weltfinanzgipfel geben. Dann soll die Welt neu zugeschnitten werden, wie man hört. Von Gordon Brown über Angela Merkel bis zu Nicolas Sarkozy – die Europäer sind dafür. Die Amerikaner wollen mitmachen. Es soll ein historisches Treffen werden, so wie damals in Bretton Woods, jenem Skiort in den Bergen New Hamshires, wo 1944 das Weltwirtschaftssystem der Nachkriegszeit verabschiedet wurde. Ein "Bretton Woods II".

Moment!

Das klingt zwar alles einleuchtend, denn schließlich durchleben und –leiden wir eine epochale ökonomische Krise. Aber die Frage bleibt offen: Was soll das? Wieviel und welche Zusammenarbeit kann man realistischer Weise für die Zukunft erwarten?

Ich will hier drei Punkte machen:

  1. Bretton Woods I ist ein schlechtes Vorbild. Es taugt nicht im Ansatz zur Lösung der heutigen Probleme.
  1. Bretton Woods II gibt es bereits faktisch, wenn auch nicht formal. Es ist eine der Ursachen der derzeitigen Krise.
  1. Wenn überhaupt, dann brauchen wir ein Bretton Woods III.

Aber eins nach dem anderen.

Das ursprüngliche System von Bretton Woods war der sogenannte Gold-Dollar-Standard. Der US-Dollar war ans Gold gebunden, die übrigen westlichen Währungen mit festen, aber anpassungsfähigen Kursen an den Dollar.

Klingt alles ziemlich geordnet. Die Wechselkurse wären fest und verlässlich. Es gab eine internationale Instanz, den Internationalen Währungsfonds (IWF), der das System überwachte und steuerte.

Allerdings: Das System funktionierte nur unter einer Reihe von Bedingungen, die heute nicht mehr gelten.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

FORUM

insgesamt 6 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
29.10.2008 von Carinthia: Harte Sätze, auf moderne Weise unmodern

Was artman42 schreibt, ist nur auf den ersten Blick off topic, sondern eine Diagnose unserer Zeit. Eine Gesellschaft, die alles nur danach bewertet, ob es sich in Zahlen, Formeln, Geometrie, Parametern, [...] mehr...

28.10.2008 von artman42: neue weltordnung

Manager Magazin Neue Weltordnung Es gibt Gesetzmäßigkeiten, zu denen man kein Studium benötigt, sondern nur den "normalen" Verstand. In der Demokratie (wir haben keine echte Demokratie, sondern nur eine parlamentarische, hat [...] mehr...

28.10.2008 von artman42: neue weltordnung

Manager Magazin Neue Weltordnung Es gibt Gesetzmäßigkeiten, zu denen man kein Studium benötigt, sondern nur den "normalen" Verstand. In der Demokratie (wir haben keine echte Demokratie, sondern nur eine parlamentarische, hat [...] mehr...

28.10.2008 von RealMasH: Basel II - wieso griff das nicht in den USA ?

Ich Bitte um Nachsicht falls das schon geklärt ist oder ich falsch informiert bin. Aber so weit ich weiß, ist Basel II auf Drängen der USA zu Stande gekommen. Es schien mir ein Instrument zu sein um unsere Bankenlandschaft [...] mehr...

28.10.2008 von seydie: Wozu eine neue Weltordnung?

Die Bankenaufsicht in Deutschland hat sich in der Krise bisher als wenig effizient erwiesen. Die Schieflage bei der IKB wurde von der Deutschen Bank als erste erkannt. Auch das Liquiditätsloch bei der Hypo Real Estate wurde nicht [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

© manager magazin Online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben