Donnerstag, 9. Februar 2012, 11:37 Uhr

manager magazin



17.10.2008
 

Osteuropa

Das Virus infiziert eine Boomregion

Von Nils-Viktor Sorge

Die Staaten Mittel- und Osteuropas galten lange als immun gegen die internationale Finanzkrise. Nun ändert sich das Bild. Die erste Hilfsaktion für Ungarn lässt erahnen, was auf dem Spiel steht: der Aufschwung in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für die westliche Wirtschaft.

Hamburg - Die Beruhigungspille wirkte nicht mal sieben Tage. Sein Land verkrafte die derzeitige Krise an den Finanzmärkten besser als andere Nationen, sagte der ungarische Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany Mitte vergangener Woche. Die Regierung habe das Haushaltsdefizit verringert und deshalb - falls nötig - Spielraum für Stützungsmaßnahmen.

Budapest bei Nacht: Ungarn ist in eine Vertauens- und Liquiditätskrise geraten
Zur Großansicht
DDP

Budapest bei Nacht: Ungarn ist in eine Vertauens- und Liquiditätskrise geraten

Inzwischen hat dieses Bild vom stabilen Reformstaat tiefe Risse. Binnen weniger Tage ist Ungarn in eine heftige Krise gerutscht, weil die Finanzmärkte kaum noch Devisenkredite für die Wirtschaft bereitstellen. Auch andere Länder Mittel- und Osteuropas geraten mit einem Mal in den Strudel der Turbulenzen an den Finanzmärkten, obwohl sie noch vor wenigen Wochen als relativ immun galten. Die Börsen in den Ländern haben zum Teil rasante Talfahrten hinter sich, die zuletzt rosigen Aussichten für das Wirtschaftswachstum verdunkeln sich.

"Die Krise trifft die Region mit Verspätung", sagt der Chefvolkswirt der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung ("Osteuropabank"), Erik Berglöf, gegenüber manager-magazin.de. Manche Länder bekämen jetzt zu spüren, dass sie lange auf Pump gelebt und ihr Wachstum mit Geld aus dem Ausland finanziert haben.

Denn das ist jetzt immer schwerer zu bekommen. Weltweit sind die Geldströme ins Stocken geraten. Und manch aufstrebender Reformstaat gilt auf einmal als besonders riskant, weil er sich von Devisen abhängig gemacht hat.

"Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben Investoren alarmiert", sagt Berglöf mit Blick auf den Beinahe-Staatsbankrott Islands. "Nun leiden die Länder in Osteuropa unter einer Vertrauenskrise sowie einer Liquiditätskrise." Zudem gilt das osteuropäische Bankensystem als fragil, weil es vor allem aus Töchtern internationaler Gesellschaften besteht, die zum Teil auf anderen Märkten in den Krisenstrudel geraten sind.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben