17.10.2008
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Managervergütung

Der Bonus, der Clan und der Edelmut

2. Teil: Öffentliche Mittel für horrende Managergehälter?

Öffentliche Mittel für horrende Managergehälter?

Der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel hat sich unterdesen für Einschränkungen der Managergehälter ausgesprochen. "Es ist ökonomisch und politisch richtig, die Vergabe von staatlichen Mitteln zur Rekapitalisierung notleidender Banken an Bedingungen zu knüpfen", sagte Hickel am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Schließlich ist es nicht einzusehen, dass über öffentliche Mittel horrende Managergehälter am Ende subventioniert werden." Eine generelle Beschränkung der Gehälter auf eine halbe Million Euro pro Jahr halte er jedoch für ökonomisch nicht rational.

Die Vergütung von Managern

Die Gesamtvergütung von Managern von großen börsennotierten Konzernen setzt sich in der Regel aus folgenden Bestandteilen zusammen:

1. Grundgehalt und Zusatzleistungen wie etwa Dienstwagen 2. Variable Vergütung: Am Erfolg des Unternehmens orientierte Boni, Prämien und Tantiemen 3. Aktienkursbezogene Bestandteile, in der Regel in Form von Aktien und Aktienoptionen

Hinzu kommen Leistungen etwa für die Altersvorsorge und mitunter Einmalzahlungen. Nach Berechnungen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) macht das Grundgehalt lediglich etwa ein Viertel der Gesamtbezüge aus.

Laut DSW kassierte ein Vorstandsmitglied der 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex Dax für das Geschäftsjahr 2007 durchschnittlich 2,92 Millionen Euro.
Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, indes hält eine Beschränkungen von Managergehältern in Hilfe suchenden Banken für "gefährlich". Das Hilfsprogramm der Regierung für die Banken sei gut und wichtig, wirke aber nur, wenn die Banken es in Anspruch nähmen, sagte Sinn am Donnerstagabend im ZDF. Ein Bankchef, dessen Gehalt auf 500.000 Euro begrenzt werde, werde das aber nicht tun. "Wenn die Politik die 500.000 Euro als Werturteil setzt, dann muss sie das Eigenkapital den Banken aufzwingen." Sie könne es nicht den Banken überlassen, es zu nehmen oder nicht. Dies sei ein "Konstruktionsfehler" im Paket. "Wenn wir diesen Fehler lassen, wird es schlimm", sagte Sinn.

Das Finanzministerium kann laut dem Gesetz zum Rettungspaket einer Bank Anforderungen zur "Vergütung ihrer Organe, Angestellten und wesentlichen Erfüllungsgehilfen" stellen, wenn diese die Hilfe des Staates in Anspruch nimmt. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) brachte eine Obergrenze von 500.000 Euro Jahresgehalt ins Spiel.

Mit der Zahlung großer Beträge scheint sich im Übrigen auch Bundetagspräsident Norbert Lammert intensiv beschäftigt zu haben. So schloss der die Abstimmung der namentlichen Abstimmung über einen Änderungsantrag der Grünen zum Rettungspaket für die Banken mit den Worten: "Dann schließe ich die Abstimmung, bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer mit der Auszahlung zu beginnen."

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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